Dinslaken: Energiesparer werden doch belohnt

Die Schulen, die erfolgreich am Energiespar-Projekt „Fifty-Fifty“ teilgenommen hatten, warteten in diesem Jahr zunächst vergeblich auf die versprochene Belohnung.

Dinslaken.  Dass Dinslakens Stadtverwaltung und Politik nicht in allen Bereichen das Geld locker sitzen hat, brachte Linke-Fraktionsvorsitzender Gerd Baßfeld in der Ratssitzung in dieser Woche auf den Tisch: Die Schulen, die im vergangenen Jahr erfolgreich am Energiespar-Projekt „Fifty-Fifty“ teilgenommen hatten, warteten in diesem Jahr zunächst vergeblich auf die versprochene Belohnung. Weil das Projekt nämlich in den Bereich der freiwilligen Leistungen fällt, strich die Stadtverwaltung kurzerhand die Preisgelder.

Eigentlich soll das Agenda-Projekt Kindern und Jugendlichen vermitteln, dass sich Sparen lohnen kann. Wer Energie einspart, bekommt die Hälfte des eingesparten Betrags auf das Schulkonto überwiesen, kann damit schöne und sinnvolle Dinge finanzieren. 2013 nahmen in Dinslaken 16 Schulen und ein Jugendzentrum teil, 13 600 Euro sollten ausgeschüttet werden.

Auf 1800 Euro Preisgeld, das für einen Schulausflug verwendet werden sollte, wartete zum Beispiel Weyerschul-Leiter Christof Schraven, bis ihm die Stadtverwaltung mitteilte, dass der Gewinn der Haushaltssperre zum Opfer fallen soll. Darunter dürfen nämlich freiwillige Leistungen (zu denen die Stadt nicht verpflichtet sind) nicht gezahlt werden. Die Politik kann aber Ausnahmen zulassen.

Der auf den Fall aufmerksam gewordene Gerd Baßfeld zeigte wenig Verständnis dafür, dass man mit Schülern eine sinnvolle Verabredung trifft und sich hinterher nicht an sein Versprechen hält. Bei der Diskussion im Stadtrat stellten sich alle Fraktionen schnell hinter Baßfeld und forderten mit aller Deutlichkeit die Stadtverwaltung auf, einen Weg zu suchen, wie Dinslakens Schüler zu ihrer verdienten Belohnung kommen können.

Das Signal kam bei der Stadtverwaltung an: Kämmerer Dr. Thomas Palotz informierte umgehend die Gewinner, dass die Gelder nun doch zur Verfügung stehen und ein Weg gefunden wird, um diese auszuschütten.

Projekt wird überdacht

Die Stadtverwaltung will indes die Gelegenheit nutzen, um das Projekt Fifty-Fifty neu zu überdenken. Denn zum einen gestaltete es sich für die Teilnehmer immer schwieriger, neue und effektive Maßnahmen zu finden, zum anderen greife die Fixierung alleine aufs Einsparen nicht weit genug. „Außer ums Einsparen geht es auch um Bildung unter dem Gesichtspunkt Klimaschutz“, fasst Stadtsprecher Thomas Pieperhoff den neuen Ansatz zusammen. Der städtische Klimaschutzmanager Rüdiger Wesseling arbeitet an einer konzeptionellen Neuausrichtung des Projektes. Mit im Boot ist natürlich der Agendarat, der für Fifty-Fifty verantwortlich war.

Apropos: Der Agendarat hatte die eingesparten Belohnungen in der vergangenen Woche ebenfalls diskutieren wollen, die Sitzung war aber wegen des Bombenfundes im Dinslakener Stadtpark ausgefallen.

 
 

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