Dinslaken: Einfach Deutsch sprechen

Eine bunte Gruppe traf sich im Lesecafé der Stadtbibliothek.
Eine bunte Gruppe traf sich im Lesecafé der Stadtbibliothek.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Zum ersten Mal traf sich der offene Gesprächskreis für Migranten im Lesecafé der Stadtbibliothek. Die Themen waren ähnlich bunt gemischt wie die Teilnehmerschaft

Dinslaken.  Es ist laut und wuselig im Lesecafé der Stadtbibliothek, fast so lebendig und bunt wie auf einem orientalischen Basar und gleichzeitig so gemütlich wie in einem Petit Café an der Champs Élysées. Viele Sprachen und Akzente wirbeln beim ersten Treffen des Projekts „Gemeinsam Deutsch sprechen“ durch den Raum, zu trinken gibt es Filterkaffee aus Südafrika. Kommen kann, wer will - und viele sind der Einladung gefolgt. Aus dem Gesprächskreis wird innerhalb kürzester Zeit ein buntes Treiben aus ganzen Familien, Müttern mit Kindern, Jugendlichen, Jung und Alt. Sie stammen aus der Türkei, aus Spanien, Frankreich, Marokko und aus anderen Ländern. Und sie haben alle das gleiche Ziel: gemeinsam ihre Deutschkenntnisse zu verbessern.

Kaum Platz genommen, entstehen schon angeregte Gespräche, es wird geplaudert über Gott und die Welt, von Sprachbarrieren keine Spur. Trotz einiger Schwierigkeiten hier und da wird munter drauf los geplappert. Unterhaltungen finden tischübergreifend statt, kreuz und quer tauschen sich die Teilnehmer über Sprachunterricht, Probleme mit Papierkram für die Behörden und Missverständnisse im Alltag mit der deutschen Sprache aus - typische Probleme von Menschen, die in ein fremdes Land ziehen.

Doch jetzt soll alles besser werden, denn der Gesprächskreis, der von dem Integrationsbeauftragten Burhan Cetinkaya, in Zusammenarbeit mit der VHS und der Stadt Dinslaken ins Leben gerufen wurde, soll mit lebensnahen Themen wie „Essen und Trinken“, „Kultur“, „Arbeit und Beruf“ die Menschen zur Sprache bringen und die Teilnehmer animieren, in einen kulturellen Austausch zu treten. Problematisch sieht Cetinkaya vor allem, dass viele Migranten zu Hause kein Deutsch sprechen und das Gelernte wieder vergessen.

Aus diesem Grund organisiert er das Zusammentreffen und hofft auf spannende Gespräche. Die ehrenamtlichen Leiter der Gesprächsrunde Aida Mehovic-Özgün und Viktoria Mols haben selbst Migrationshintergründe, können Sprachprobleme nachvollziehen und wollen Migranten helfen, sich in die Gesellschaft zu integrieren. Deshalb laden sie auch weiterhin dazu ein, das kostenlose Angebot zu nutzen und in lockerer Atmosphäre unter Gleichgesinnten „einfach“ Deutsch zu sprechen.

DIN kocht

Dazu lädt die Stadt auch zum Integrationsevent „DIN kocht“ ein, bei dem Menschen aus allen Nationalitäten kulinarische Spezialitäten aus ihrer Heimat servieren können. Einige Teilnehmer waren schon beim Schlemmen dabei und schwärmen über die leckeren Gerichte und das tolle Angebot. „Dinslaken ist wie eine Familie. Ich arbeite in Essen, da ist es viel anonymer. Hier sind die Menschen tolerant uns gegenüber und es wird viel für Migranten geboten“, lobt die Philippinerin Grace Barrientos ihre neue Heimatstadt.

Die kostenlosen Treffen finden immer mittwochs von 16 bis 17 und freitags von 10 bis 11 Uhr im Lesecafé der Stadtbibliothek statt. In den Schulferien wird kein Gesprächskreis geboten.

 
 

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