Dinslaken: „Die Trabrennbahn wird totgeredet“

Die Diskussion über eine eventualle Nachnutzung des Geländes schadet der Trabrennbahn DInslaken - findet Dintrab-Vorsitzender Theo Lettgen.
Die Diskussion über eine eventualle Nachnutzung des Geländes schadet der Trabrennbahn DInslaken - findet Dintrab-Vorsitzender Theo Lettgen.
Foto: www.blossey.eu
CDU sieht Bedarf für die Überplanung des Trabrennbahn-Areals. Theo Lettgen vom Trabrennverein findet es rufschädigend, jetzt über „die Zeit danach“ zu spekulieren

Dinslaken..  „Die öffentliche Diskussion über eine mögliche Nachnutzung des Trabrennbahngeländes schadet der Rennbahn“, sagt Dintrab-Chef Theo Lettgen. Erst gestern fragte ihn der Organisator des Porsche-Treffens am 1. Mai, ob denn die Veranstaltung am Freitag überhaupt noch stattfinden könne. Dabei ist der Trabrennverein trotz finanzieller Schwierigkeiten längst nicht am Ende.

Forciert wird die Wahrnehmung, dass es die Trabrennbahn schon gar nicht mehr gibt, laut Theo Lettgen durch die jetzt von der CDU losgetretene Diskussion über eine mögliche Nachnutzung des Geländes als Wohnareal. Die CDU-Fraktion hat sich auf ihrer Klausurtagung auch mit der Zukunft des Trabrennsports und der Entwicklungsfähigkeit auseinandergesetzt. Danach machte die CDU in einer Pressemitteilung deutlich, dass der gute Name der Stadt Dinslaken unverwechselbar mit dem Trabrennsport verbunden sei, Gäste die Stadt über den Pferdesport erst kennen und schätzen gelernt hätten. Aufgrund der Veränderungen beim Besucherzuspruch und bei den Wetteinnahmen im Online-Bereich ist es für die CDU an der Zeit, „sich den veränderten Rahmenbedingungen zu stellen und für die Zeit nach einem aktiven Trabrennsport in Dinslaken notwendig werdende städtebaulichen Veränderungen schon jetzt politisch zu diskutieren und mögliche Lösungsansätze aufzuzeigen“, so Fraktionsvorsitzender Heinz Wansing.

Anderswo weniger Renntage

Die CDU unterstützt daher die Bemühungen von Baudezernent Dr. Thomas Palotz und die Ideen privater Entwickler, das Gelände zu überplanen und hier „nach dem Auslaufen des Trabrennsports“ bezahlbare Wohnbebauung zu realisieren. „Hier wird getan, als sei die Trabrennbahn schon gar nicht mehr existent, so wird sie totgeredet“ ärgert sich Dintrab-Vorsitzender Theo Lettgen. Schon mehrfach seien er und andere Vereinsmitglieder gefragt worden, ob es die Trabrennbahn überhaupt noch gibt. Mit 15 Renntagen im vergangenen Jahr könne man sich durchaus mit anderen Rennbahnen vergleichen. „In Krefeld, Mülheim, Düsseldorf und anderswo, finden drei, sechs vielleicht neun Renntage pro Jahr statt und keiner redet darüber.“ Die schwierigen Zeiten momentan könnten zwar durchaus mittelfristig das Aus bedeuten, es könnte aber auch alles anders kommen: Vor knapp zwei Jahren hat die EU dem novellierten deutschen Glücksspiel-Staatsvertrag in Verbindung mit dem Rennwett- und Lotteriegesetz zugestimmt. Die Regelung wartet seitdem auf konsequente Umsetzung. Dann würden die Einnahmen von Buchhaltern, die aus steuerlichen Gründen im Ausland firmieren, auch den hiesigen Trabrennvereinen zugute kommen, die finanzielle Situation von Dintrab würde sich schlagartig verbessern. Und dann wäre eine Wohnbebauung an der Trabrennbahn für die nächsten 30 Jahre vom Tisch, denn so lange wirkt der Vertrag in Theo Lettgens Schreibtischschublade noch.

 
 

EURE FAVORITEN