Dinamare im Sommer geschlossen

Die Dinamare-Neueröffnung nach dem zweiten Bauabschnitt im August 2011. Jetzt muss schon repariert werden.
Die Dinamare-Neueröffnung nach dem zweiten Bauabschnitt im August 2011. Jetzt muss schon repariert werden.
Foto: Heiko Kempken / WAZ FotoPool
Im Dinamare wurden Mängel an den Fliesen festgestellt. Reparaturarbeiten werden Wochen dauern. Ab dem 3. Juni bleibt das Bad erst einmal geschlossen.

Dinslaken.  Vor noch nicht einmal zwei Jahren wurde das neue Dinamare-Bad im Volkspark eröffnet. Nun sind bereits größere Reparaturen notwendig. Ab dem 3. Juni muss das Bad bis mindestens 28. Juli geschlossen werden - weil fehlerhaft verlegte Bodenfliesen im Lernschwimmbecken erneuert und der Beckenkopf im Mehrzweckbecken abgedichtet werden müssen. Im großen Becken sollen zugleich die Fliesen geprüft werden. Auf den Kosten in Höhe von voraussichtlich rund 100 000 Euro wird die Eigentümerin, die Stadtwerke-Tochter Dinslakener Bäder GmbH, wohl zu mindestens zwei Dritteln sitzen bleiben. Denn die Fachfirma, die die Arbeiten damals ausgeführt hat, ist inzwischen insolvent.

Der Schließungstermin wurde aus zwei Gründen gewählt: Erstens soll der Fliesenbelag im großen Mehrzweckbecken noch innerhalb der Gewährleistungsfrist geprüft werden. Außerdem steht Badegästen als Alternative das Freibad Hiesfeld zur Verfügung, teilen die Stadtwerke mit.

Probleme mit den Fliesen im Lernschwimmbecken sind bereits seit längerer Zeit bekannt. Nun steht in diesem Becken die Neuverlegung der Bodenfliesen an. Aufwendige Arbeiten könnten auch im großen Becken anfallen: Für die Überprüfung der Fliesen muss das Wasser abgelassen werden. Dies nimmt mehrere Tage in Anspruch. Das Wasser darf mit lediglich fünf Zentimeter pro Stunde abfließen, damit der Druckunterschied vor und hinter den Wandfliesen nicht zu groß wird.

Sollte sich herausstellen, dass sich die Bodenfliesen im großen Becken lösen, werden die Arbeiten wohl bis Ende der Sommerferien dauern. Zusätzlich muss die fehlerhafte Abdichtung des Beckenkopfes - dem Bauteil zwischen Beckenumgang und Wasserfläche - behoben werden. Hierzu muss eine Reihe von Bodenfliesen ausgestemmt und der Untergrund neu abgedichtet werden, bevor die Fliesen wieder verlegt werden können.

Für die Dinslakener Bäder GmbH entsteht durch die Reparaturarbeiten ein finanzieller Schaden in mehrfacher Hinsicht: Die Firma, die die Fliesen offenbar fehlerhaft verlegte, ist inzwischen insolvent. Zwar versucht man, auf eine Gewährleistungsbürgschaft zurückzugreifen, da die Mängel vor Ablauf der Garantie festgestellt wurden, doch damit würden die Kosten in Höhe von rund 100 000 Euro bestenfalls zu einem Drittel gedeckt. Hinzu kommen die Ausfälle aus dem Sommergeschäft.

Schützen könne man sich vor einer solchen Situation nicht, heißt es in einer Stellungnahme der Stadtwerke: Die Ausschreibung für die Verlegung der Fliesen erfolgte nach den Bedingungen der EU-Vergaberichtlinien. Und danach zählt das günstigste Angebot.

Dieses günstige Angebot wird für den Betreiber des Dinamare nun nachträglich noch deutlich teurer.

 
 

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