Die ersten Stolpersteine werden verlegt

Foto: Timur Emek/dapd
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Der ehemalige Rektor der jüdischen Schule wird der erste sein, an den durch die Gedenkstelle erinnert werden soll.

Dinslaken.. Die ersten 22 Stolpersteine, initiiert vom Verein Stolpersteine für Dinslaken, werden vom Künstler Gunter Dennig am 7. Februar im Gedenken an Dinslakener Opfer des Nationalsozialismus verlegt. Seit seiner Gründung im August vergangenen Jahres hat der Verein unermüdlich auf diesen Termin hingearbeitet, um die erste Verlegung in angemessener und würdiger Form zu gestalten. Zugegen sind bei dieser Verlegung auch die jeweiligen „Gedenkstein“-Paten.

Um 10 Uhr wird der Künstler am Dienstag, 7. Februar, an der Duisburger Straße 100 mit der Verlegung des Stolpersteins für den ehemaligen Rektor der jüdischen Schule, Leopold Strauß, beginnen. Strauß gehörte einst auch dem Dinslakener Stadtrat an und war nach seiner Pensionierung im Jahre 1927 zum Ehrendirektor der Berufsschule, an der er ebenfalls unterrichtet hatte, ernannt worden. Schüler gerade dieser Schule, aufgehetzt durch ihren Schulleiter, hatten sich am 10. November 1938 an den Pogromhandlungen gegen Leopold Strauß und andere jüdische Bürger unserer Stadt beteiligt, erzählt Anne Prior, Vorsitzende des Vereins.

Weitere Steine auf der Neustraße und im Bruch

Die Verlegung findet vor seinem damaligen Haus an der Duisburger Straße 100 statt. Das Gedenken wird hier gestaltet von Schülerinnen und Schülern des Berufskolleg Dinslaken, die die Patenschaft für den Stolperstein übernommen haben.

Doch damit nicht genug, weitere Steine werden verlegt für die Familie Jacob an der Neustraße 40 (ca. 10.45 Uhr), Familie Moses, Neustraße 35 (ca. 11.05 Uhr), Martha H., ein Euthanasieopfer, Neustraße 21 (ca. 11.20 Uhr), Ehepaar Salomon, Neustraße 7 (ca. 11.35 Uhr), Familie Jakobi, Luisenstraße 120 (ca. 12.05 Uhr), Familie Landau, Augustastraße 84 (ca. 12.30 Uhr). „Für jedes Opfer einer Familie wird auch ein eigener Stein verlegt“, so Anne Prior. Die angegebenen Zeiten sind geschätzt. „Wir wissen nicht, wie lange wir pro Stein benötigen.“ Diese 22 Stolpersteine werden jedoch nicht die einzigen sein, im gewissen Abstand (eventuell einmal im Jahr) sollen weitere an Opfer der NS-Zeit erinnern. Alle Bürger und Bürgerinnen sind eingeladen, an der Verlegung der Stolpersteine teilzunehmen.

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