Der Frost kommt

Thorsten Burow an der Eismaschine. Am Wochenende müssen alle Parameter stimmen.
Thorsten Burow an der Eismaschine. Am Wochenende müssen alle Parameter stimmen.
Foto: Funke Foto Services
  • In der Eissporthalle pumpen Kältemaschinen Ammoniak in Rohrleitungen unter dem Beton
  • Oben wird Wasser aufgesprüht, die Eisschicht muss drei bis vier Zentimeter dick sein
  • Nach dem Abtauen im Mai beginnt am kommenden Samstag wieder die Eislaufsaison

Dinslaken..  Es ist ruhig in der Eissporthalle Dinslaken – keine Eisläufer, keine Zuschauer, keine Musik. Nur Florian Herpel und Kevin Schilling stehen ganz entspannt auf der 30 mal 60 Meter großen Fläche und bewässern das Eis, damit es noch ein wenig in die Höhe wächst. Am Samstag beginnt die neue Laufzeit, bis dahin muss das Eis drei bis vier Zentimeter dick sein, um auch dem bulligsten Eishockeyspieler standzuhalten.

Nachdem Ende Mai das Eis abgetaut und abgesaugt wurde, damit im Sommer Rollschuh- und Inlineskater über die Betonfläche heizen können, wird es ab dieser Woche wieder frostig in der Eissporthalle. Am Sonntag begannen die Vorarbeiten für das Auftragen der Eisfläche. Neben der ovalen Fläche befindet sich ein Maschinenraum mit Kühlaggregaten, in dem es ohrenbetäubend laut zugeht. Thorsten Burow, Eismeister und Hallenwart, ist seit 21 Jahren in der Eissporthalle tätig und quasi täglich vor Ort: „Die Maschinen müssen 24 Stunden vorkühlen“, erklärt er. Das geschah bereits am Sonntag.

Seitdem pumpen die Kältemaschinen Ammoniak in Rohrleitungen, die sich unter der 1800 Quadratmeter großen Betonfläche entlangschlängeln: „Das Ammoniak kühlt die Betonfläche auf minus 13 Grad herunter“, fährt Burow fort.

Am Montag folgte dann eine erste Grundschicht Eis, die eine Dicke von einem halben Zentimeter nicht überschreiten sollte. Das Auftragen der Eisschichten erfolgt ganz ohne ausgefallene Technik: Im Akkord bewässern jeweils zwei Helfer die Fläche – mit Wasserschläuchen.

Hat das Eis die nötige Dichte erreicht, kommt der rund eine halbe Tonne schwere „Whitemaker“ zum Einsatz. Über sehr feine Düsen sprüht das Gerät ein Gemisch aus Kalk und Wasser auf die Grundschicht, damit das Eis seine charakteristische weiße Farbe erhält.

Im Anschluss an die Bemalung der Grundschicht „werden Linien für das Eishockeyfeld aufgelegt“. Diese bestehen aus Filzstoff und sind auch unter der Eisfläche dank ihrer knalligen Farben gut sichtbar. Dann geht es wieder an die Bewässerung der Fläche. „Früher haben wir das noch 24 Stunden durchgemacht“, erzählt Burow. Heute gehe es aber etwas entspannter zu, für das Auftragen lassen sich die ehrenamtlichen Helfer vier Tage Zeit.

Bevor am Samstag die neue Laufzeit eröffnet wird, muss die fünf Tonnen schwere „WM 2070 Junior“ mindestens einmal über die neue Fläche fahren. Die Eisaufbereitungsmaschine, die auch während der Laufzeiten für eine ebene Fläche sorgt, bringt mit ihrem Gewicht kleine Luftblasen im Eis zum Platzen und füllt die entstehenden Hohlräume wiederum mit Wasser auf. Dann, nach fünf bis sechs Tagen Arbeit, ist die neue Eisfläche fertig.

Am Wochenende findet direkt der erste Bewährungstest statt. Für die offizielle Eröffnung am Samstag haben die Eissporthalle Dinslaken gemeinsam mit den Ice Freestylern Karlsruhe eine actiongeladene Show vorbereitet. An diesem Wochenende werden deshalb rund 500 bis 600 Jugendliche aus ganz Europa nach Dinslaken pilgern, um an der Eissporthalle zu campieren und die neue Saison auf dem Eis einzuläuten. Besucher sind herzlich willkommen.

Nach der Eröffnung am Wochenende gibt es in den Schulferien (und natürlich darüber hinaus) dann die Möglichkeit zum „normalen“ Eislaufen nach der Sommerpause.

Geöffnet ist wochentags jeweils ab 10 Uhr, die Schlusszeiten entnehmen Sie bitte dem Internetauftritt www.eishalle-dinslaken.de. Weitere Infos unter 02064 / 70003.

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