Das Syls kehrt zurück

Foto: privat

Dinslaken.  Das Syls ist zurück. Am 26. und 27. August wird das Burgtheater wieder zum Festivalgelände für Lokalbands aus Dinslaken und Umgebung.

Nachdem sich das Organisationsteam des zweitägigen „Support your local scene“-Marathons im Rahmen der Din-Tage wegen konzeptioneller Unstimmigkeiten mit der Stadt 2010 zurückgezogen hatte, meldet es sich nun mit dem Aufruf an alle Bands aus der Umgebung, sich um einen Platz im Line-up zu bewerben, zurück.

Die Irritationen des vergangenen Jahres: Schwamm drüber. „Nach dem letzten Jahr ist die Stadt auf uns zugekommen, wir haben unter bestimmten Bedingungen ja gesagt“, erklärt Matthias Schreyer. Damals gab es als Ersatz für das Syls ein Festival eines anderen Anbieters, thematisch nach Hip Hop und Rock getrennt, mit weniger Bands. Das Publikum reagierte mit mangelndem Interesse.

Das Budget steht

Nun wird das alte Syls, wie es sich seit 2005 mit bis zu 6000 Besuchern an zwei Tagen etabliert hatte, wieder auferstehen. Sieben ehrenamtlich aktive Mitglieder des alten Organisationsteams sind dabei geblieben.

Unsere Bedingungen waren, alles selbstständig und in Eigenregie zu organisieren“, so Martin Baumann. „Ganz wichtig war uns die konzeptionelle Unabhängigkeit. Damit sollte es stehen und fallen.“ Diese ist nun zugesichert. Und auch auf der finanziellen Seite hat sich etwas getan: „Wir werden jetzt vollständig vom Fachdienst Jugend und Soziales unterstützt“. Honorare für die Bands oder für die Organisatoren bedeutet dies nicht. Sie agieren nach wie vor aus Idealismus und Liebe zur Musik. „Aber den Helfern, die täglich acht Stunden im Einsatz sind, können wir nun eine kleine Entschädigung geben“, so Baumann. Wichtig für das Orgateam: In der Vergangenheit steckten die Ehrenamtlichen selbst noch Geld in das Festival. Nun ist das Budget so gesteckt, dass Geld für kleinere Besorgungen da ist, nicht Privatmittel als Notlösung herhalten müssen. Jetzt fehlt nur noch ein Sponsor fürs Catering, damit die Bands, die ohne Gage auftreten, im Backstagebereich wenigstens mit Getränken und Snacks versorgt werden können.

Und was hat die Lokalszene von der verbesserten Zusammenarbeit von Stadt und Syls-Team? „Das Syls wird wieder der Klassiker“, verspricht Matthias Schreyer, „zwei Tage Burgtheater und so viele Bands wie möglich“. Musikalische Vielfalt ist angesagt, bunt gemischt, querbeet. „Es gibt keinen Thementag und freie Haarschnittwahl“, grinst Martin Baumann: „ob kurz, lang, gegelt ...“ Die Bands werden demokratisch vom Orgateam ausgewählt: sieben Köpfe, sieben Stimmen. „Vitamin B spielt keine Rolle, auch wenn dies manche manchmal glauben“, so Baumann. „Wir hören uns alle Demotapes an, dann entscheidet die Qualität“, bekräftigt Schreyer. Natürlich soll es neben Rock und Punk auch Hip Hop geben, ebenso wie Heavy Metal ausdrücklich erwünscht ist. „Wir achten darauf, das Vielfalt herrscht“. Das Prozedere ist unverändert: Vom 1. bis zum 31. April sind Bands aus Dinslaken und Umgebung aufgerufen, sich mit einem Bandinfo und einer Audio-CD zu bewerben. Coverbands sind nicht gefragt, ebenso gibt’s beim Syls keine Musik vom Band.

Pfandflaschensammler für guten Zweck gesucht

Alles gut also im Burgtheater, bleibt das alte, leidige Problem vor dem Eingang, im Park und in der Altstadt: leere Flaschen. 2009 sammelten die Syls-Leute selber Glasflaschen für ihre Aktion „Pfandland“. 500 Euro konnten sie damals spenden. Dies kann das Orgateam nicht mehr leisten. Es sucht Menschen, die diese Idee fortleben lassen. „Eine gemeinnützige Organisation wie die Pfadfinder könnte die Pfandflaschen sammeln, oder andere Gruppen, die den Erlös ebenfalls einem guten Zweck zukommen lassen“.

Wer Interesse hat oder sich als Band fürs Syls bewerben möchte, wird gebeten, seine Unterlagen ans ND-Jugendzentrum, zu Händen Herr Martin Baumann, Beethovenstraße 6-12, 46535 Dinslaken, zu senden.

 
 

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