Das Markus Krebs-Special

Markus Krebs (r) und Moderator Roland Donner.
Markus Krebs (r) und Moderator Roland Donner.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Der Comedian war in bei „Das Maaß ist voll“ in der Neutor Galerie nicht zu stoppen

Dinslaken..  Es war der Abend das Markus Krebs. Der Duisburger Comedian sorgte für die Lacher, er gab dem Gespräch der Talkrunde allerdings auch überraschend ernsthafte Wendungen. Er mischte sich ein, redete dazwischen, bestimmte die Atmosphäre in der ausverkauften Aktionsfläche der Neutor Galerie mit der scheinbaren Leichtigkeit, mit der andere Menschen am Dimmer drehen.

Krebs machte das „Late-Night Special“ des Dinslakener Talks „Das Maaß ist voll“ zum „Markus Krebs Special“, wie er vor einst den Niederrheinischen Comedypreis im Ulcus zum Sprungbrett einer Karriere machte, die vom „Hartz IV-Gründungsmitglied“ zu einem der meist beschäftigten Comedians Deutschlands führte.

Zu Beginn des Late-Night-Specials parodierte Moderator Roland Donner als „Bauch hinter dem T-Shirt“. Als der lakonisch-wortgewandte „Mann hinter dem Bauch“ dann tatsächlich am Talk-Tisch Platz nahm, schien er von diesem die Moderation und die Regie zu übernehmen. Man kann Markus Krebs auf den Witzeerzähler der Nation reduzieren. Seiner Schlagfertigkeit („stimmt, ich bin mit einem Schlag fertig“) und seinem intuitiven Gespür für die Stimmung im Saal wird man damit nicht gerecht. Schwer war es, mit dem „Hocker-Rocker“ am Tisch den anderen Show-Gästen gerecht zu werden. Der Löschzug Dinslaken Mitte feiert am nächsten Wochenende sein 125-jähriges Bestehen, aus diesem Grunde hatte Roland Donner Kai Laakmann und Uli Borgmann von der Feuerwehr Dinslaken eingeladen.

Ehrenamt aus Idealismus

70 hauptamtliche Feuerwehrleute und 180 ehrenamtliche Mitglieder der hauptberuflichen Freiwilligen Feuerwehr Dinslaken sind rund um die Uhr in Bereitschaft. Viel hätte über die Gründung des Löschzugs, des Festprogramms und der Kinder- und Jugendarbeit der Feuerwehr hinaus berichtet werden können. Aber es ist wohl einfacher, einen Brand unter Kontrolle zu bekommen als das Mundwerk von Markus Krebs. Im ersten Teil des Abends ließ der Comedian („Ist die Feuerwehr eigentlich heute freiwillig hier?“) einem ernsthaften Gespräch keine Chance.

Gegen Ende des Abends jedoch war er es, der das Thema auf die psychischen Belastungen durch die Erlebnisse am Einsatzort lenkte, die die Ehrenamtler aus Idealismus auf sich nehmen. Und es war auch Markus Krebs, der den Tipp hatte, das Spendenkonto für den Erwerb von speziellen Teddybären, die traumatisierten Kindern im Rettungswagen zur Beruhigung geschenkt werden sollen, auf der Facebook-Seite der Feuerwehr zu veröffentlichen. Da hatte der ehemalige Leiter eines Baumarktes in Walsum bereits mit Worten über sein eigenes soziales Engagement und seiner Vorliebe nicht nur für das Dinslakener Duo Thekentratsch, sondern auch für einen Volker Pispers nachdenkliche Töne angeschlagen.

Um Mitternacht endete das Special und „At Midnight“ ist auch der Name der Band, die Melvin Schulz genannt Menningmann mit der Dinslakenerin Nora Richter und Verstärkung aus Münster im Januar gegründet hat. Das Alternative-Trio hatte neben Coverversionen bereits eigene Songs auf Lager.

Bereits am Mittwoch, 10. Juni, ist Markus Krebs wieder in Dinslaken. Dann tritt er mit Marek Fis in der Zentralwerkstatt Lohberg auf.

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