Brunnenbau für Togo und Benin

Yakup Tufan, früherer Bergingenieur, früherer Atip-Vorsitzender (Mitte), in Afrika.
Yakup Tufan, früherer Bergingenieur, früherer Atip-Vorsitzender (Mitte), in Afrika.
Foto: NRZ
Sieben neue Wasserstellen hat Yakup Tufan jetzt für seinen Verein „Team“ besichtigt. Doch die Armut ist damit nicht gelindert

Dinslaken.  Zurück vom schwarzen Kontinent ist jetzt wieder Yakup Tufan. In Togo und Benin war er für „Team“, das Türkische Bildungs- und Studienzentrum e.V., unterwegs, um humanitäre Hilfe zu leisten. Vor zwei Jahren wurde Tufan als Vorsitzender des Vereins angesprochen, ob er nicht für sauberes Trinkwasser in Togo und Benin sorgen könne. Es würden dringend Brunnen benötigt. Verbindungen hatte Tufan reichlich, offizielle und inoffizielle Stellen sind ihm bestens bekannt seit seiner Tätigkeit im Zentralrat der Muslime. So sagte er zu. „In Togo herrscht Armut hoch zehn“, so Tufan, „da musste ich einfach helfen. Schließlich sind wir auf dieser Welt eine Familie, das sollten wir endlich begreifen.“

50 bis 200 Euro pro Monat sei der Verdienst in Togo, viele Menschen sind jedoch ohne Arbeit, der Lebensunterhalt hingegen sei immens teuer, denn die meisten Waren seien importiert. „Frauen und Kinder transportieren das Wenige, das sie irgendwie verkaufen können, oft kilometerweit bis zur Hauptstraße“, erzählt Tufan. „Und der Verdienst ist mehr als mager.“

Inzwischen sind sieben Brunnen gebaut in Togo und Benin, zur „Besichtigung“ reiste Tufan im März in die beiden afrikanischen Länder. Natürlich nicht ohne Geschenke – so wurden zum Kurban wieder Tiere geschlachtet, das Fleisch an die Hilfsbedürftigen verteilt. „Für viele dieser Menschen ist Fleisch etwas ganz Besonderes. Selbst Reis bekommen sie dort nicht alle Tage zu essen“, berichtet Tufan. Beliebt war der ehemalige Bergingenieur vor allem bei den Kindern in den besuchten Dörfern und Städten. Bei den vielen Süßigkeiten, die er verteilte, kein Wunder. „Gut 3000 Kinder haben wir damit glücklich machen können“, sagt Tufan. „Wenigstens für einen Moment.“

Eine Christin erzählte ihm, seit der Brunnen quasi vor ihrer Haustür gebaut wurde, müsse sie nicht mehr sechs Kilometer weit laufen und dort stundenlang warten. Entsprechend groß die Dankbarkeit dieser Frau.

Neben der humanitären Hilfe entstanden viele zwischenmenschliche Kontakte, die „Brücken bauen sollen von Herz zu Herz“. Da klagten ihm alte Leute ihr Leid, schaute er sich in zwei Kindergärten um und war erschüttert. „Zwei kleine Räume haben sie dort, kein Teppich auf dem Boden. In dem einen Raum sind 70 Kinder eng an eng untergebracht, im anderen Raum 40 Kinder. Sie alle konnten sich kaum bewegen“, berichtet er. Im Frauenbildungszentrum sah es nicht besser aus. „Die Frauen sitzen in einem Garten, geschützt von einer Mauer. Magnolienbäume sollen das Eindringen der Sonnenstrahlen verhindern.“ Trotz der Hitze besuchen 100 Frauen am Vormittag und 100 am Nachmittag das Bildungszentrum, um lesen, rechnen und schreiben zu lernen. „Die Frauen dort baten mich um eine Finanzhilfe, damit sie ein richtiges Frauenbildungszentrum aufbauen können. 25 000 Euro werden dafür benötigt“, erzählt Tufan, der den Frauen versprach, sein Bestes zu tun. Ob er es jedoch schafft? „Ein Ziel ist es jedenfalls.“ Auch die Bezahlung des Lehrpersonals steht auf der Liste. Ein Lehrer koste 50 Euro, das müsse doch finanzierbar sein, hofft Tufan.

Weitere Brunnen sollen gebohrt werden, auch in Ghana und Burkina Faso. „Frieden schaffen durch humanitäre Hilfe“, so das Motto des Lohbergers. „Wenn wir miteinander reden, uns kennenlernen, dann bauen wir gegenseitig Verständnis auf und verhindern so vielleicht, dass junge Menschen in die Fänge von Terroristen landen. Nicht reden sondern anpacken. Über alle Grenzen hinweg.“

 
 

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