Betuwe: „Nur Fakten zählen“

Florian Bickmeyer
Archiv-Foto: Dirk Schuster
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Heinz Mülleneisen, Vorsitzender der Bürgerinitiative: Interessen der Anwohner müssen ausreichend berücksichtigt werden

Dinslaken. Wenn das Planfeststellungsverfahren für die Abschnitte Emmerich und Rees der Betuwelinie am 15. Dezember vorgestellt wird, erhofft sich Heinz Mülleneisen auch neue Erkenntnisse für Dinslaken. Ansonsten hält sich der Vorsitzende der Bürgerinitiative „Betuwelinie – so nicht!“ nur an die Fakten, die ihm vorliegen, spekulieren möchte er nicht.

Für Voerde (Abschnitt 1.4) hat die Deutsche Bahn die Unterlagen für die Planfeststellung kürzlich beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) in Essen eingereicht; für Dinslaken (1.3) soll dies demnächst geschehen. Im Frühjahr werde die Bahn ihre Planungen vorstellen, sagte ein Sprecher der Bahn der NRZ auf Anfrage. Dann erst könne er konkrete Einschätzungen abgeben, erklärte Mülleneisen in der Mitgliederversammlung der Initiative am Montag, an der nur gut 30 der 179 Mitglieder teilnahmen. Nach der Eröffnung der Planfeststellung – des Prozesses, in dem sämtliche Belange durch das EBA abgewogen werden – haben die Bürger vier Wochen Zeit, ihre Einwände schriftlich bei der Bezirksregierung Düsseldorf als Anhörungsbehörde oder der Gemeinde vorzubringen.

Bahn sucht das Gespräch über Grundstücksfragen

Mülleneisen konzentriert sich darauf, dass im Verfahren die Interessen der Anwohner ausreichend berücksichtigt werden: „Wir gucken nicht mehr nach links oder rechts, wir arbeiten nur noch an der Planfeststellung.“ Kritisch, aber konstruktiv möchte er das Vorhaben der Bahn begleiten, zu dem es seiner Meinung nach keine Alternative gibt, weil besonders Gefahrgüter auf der Schiene und nicht auf der Straße transportiert werden sollen, so der Vorsitzende.

Er betonte, dass die Initiative insbesondere „zuständig für den Lärmschutz“ sei, gerade weil bis 2025 die Anzahl der Güterzüge zwischen 22 und 6 Uhr auf 67 steigen soll. Das entspricht etwa 8,4 Zügen pro Stunde. Vor zwei Jahren hatte die Initiative bei ihrer Zählaktion im gleichen Zeitraum noch 28 Güterzüge gezählt.

Die Schienenstegdämpfer, die die Bahn zurzeit auch in Dinslaken einbaut, hätten in Rees bereits positive Reaktionen der Anwohner hervorgerufen, berichtete Mülleneisen.

Mit direkten Anwohnern der Trasse wird die Bahn besonders über Grundstücksfragen das direkte Gespräch suchen. Sie sei stets „bemüht, eine möglichst einvernehmliche Lösung zu finden“, die Entschädigungen teilweise einschließe, so die DB selbst in einem Schreiben aus 2009, das Mülleneisen vorlegte.

Falls bei Erschütterungen durch das erhöhte Zugaufkommen Schäden entstehen, rät Mülleneisen, durch zertifizierte Sachverständige ein fotografisches Gutachten des Haus erstellen zu lassen: „Das ist gar nicht so ein großer Kostenpunkt. Dann kommt man nicht in eine Situation, in der man nachweisen muss, dass die Schäden durch Erschütterungen entstanden sind.“