Betuwe-Initiativen auf Konfrontationskurs

Ralf Kubbernuß
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Verband behauptet auf Internetseite: „Dinslakener Initiative löst sich selber auf“

Dinslaken/Voerde.  Eigentlich haben die Betuwe-Intitativen das gleiche Ziel, wollen den Ausbau der Güterzugstrecke zwischen Oberhausen und Emmerich für den Bürger möglichst verträglich gestalten. So weit die Theorie. In der Praxis gibt es erhebliche Differenzen darüber, wie dieses Ziel erreicht werden könnte. Der lange unterschwellige Disput wird nun im Internet öffentlich. Denn da behauptet der Verband der Bürgerinitiativen (BI) entlang der Betuwe über die Betuwe-Initiative Dinslaken: „Ist leider nicht dem Verband beigetreten. Der seit 20 Jahren aktive Verein löst sich selber auf.“

Dabei erfreuen sich die „Bürgerinitiative Betuwe-Linie: So nicht! Dinslaken e.V.“ und die rund 180 darin zusammengeschlossenen Mitglieder allerbester Gesundheit.

„Eine unerhörte Behauptung“, kommentiert Dinslakens Initiativen-Vorsitzender Heinz Mülleneisen den Internet-Eintrag. Bei der Suche nach den Gründen für eine derartige Behauptung hat er einen konkreten Verdacht: Im Mai vergangenen Jahres hatte sich die Dinslakener Initiative geweigert, den „Niederrheinischen Appell an die Bundesregierung“ zu unterzeichnen. Darin hatten verschiedene Initiativen zehn Punkte aufgeführt, die aus ihrer Sicht beim Ausbau der Strecke zu beachten seien. Zu polemisch und zu unsachlich sei dieser Appell, die Diskussion längst weiter fortgeschritten, befand der Dinslakener Betuwe-BI-Vorsitzender Mülleneisen.

Zudem distanziert sich die Dinslakener BI von der Emmericher Initiative BISS, die keinen Ausbau der vorhandenen Strecke, sondern eine neue Gleistrasse längs der Autobahn 3 fordert. Nachvollziehbar also, dass die Dinslakener BI kein Interesse daran hatte, dem neuen Verband von Bürgerinitiativen beizutreten, der sich nach dem „Niederrheinischen Appell an die Bundesregierung“ gründete – und die Internetseite auflegte. Zu den Sprechern zählt neben dem Weseler BI-Vorsitzenden Gert Bork auch der Voerder BI-Vorsitzende Heinz Markert. Dieser versicherte, von den Veröffentlichungen auf der Internetseite des Verbandes nichts gewusst zu haben. Markert will sich dafür einsetzen, dass die unrichtige Äußerung umgehend von der Seite verschwindet.