Betuwe: Appell von BI und Stadt

Die Info-Veranstaltung von Bürgerinitiative und Stadt Voerde.
Die Info-Veranstaltung von Bürgerinitiative und Stadt Voerde.
Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool
Die Voerder Bürgerinitiative und die Verwaltung riefen bei ihrem gemeinsamen Infoabend auf, sich mit Anregungen und Bedenken in das Verfahren einzubringen

Voerde.  Die Bürgerinitiative (BI) „Betuwe – so nicht!“ und die Stadt haben am Donnerstagabend bei einer gemeinsamen fast zweieinhalbstündigen Informationsveranstaltung in der Aula des Gymnasiums eindringlich an die Bürger appelliert, sich im Beteiligungsverfahren zum Ausbau der Bahnlinie Oberhausen-Emmerich mit ihren Anregungen und Bedenken einzubringen. „Jetzt sind Sie gefordert. Bitte lassen Sie den 5. Dezember nicht verstreichen, ohne schriftliche Einwendungen formuliert zu haben“, mahnte BI-Vorsitzender Heinz Markert und bat, mit Nachbarn zu sprechen und für die mit dem Streckenausbau einhergehenden Probleme zu sensibilisieren.

Rund fünfeinhalb Wochen bleiben nun noch, Einwendungen zum Planfeststellungsabschnitt 1.4 vorzubringen. Danach besteht keine Möglichkeit mehr. Bürgermeister Leonhard Spitzer wies auf die Tragweite des Vorhabens hin: „Wir haben mit erheblichen Beeinträchtigungen zu rechnen.“ Nach Schätzung der Stadt waren 150 bis 180 Zuhörer gekommen. Planungsdezernent Wilfried Limke hätte gemessen am Grad der Betroffenheit, die er bei jedem Voerder gegeben sieht, „mehr Informationsbedarf erwartet“, wie er am Freitag erklärte.

Die Verwaltung stellte am Donnerstagabend noch einmal die Eckdaten zu dem Bahnprojekt vor und zeigte die Knackpunkte auf. So ist beidseitiger Lärmschutz auf Voerder Stadtgebiet nicht durchgängig vorgesehen, im Außenbereich finden sich Lücken (Beispiel Grenzstraße). Auch beim Anspruch auf Schutz vor Erschütterung wies die Verwaltung auf Haken hin. Es gehe um eine spürbare Zunahme der Belastung, die nachgewiesen werden müsse. Die Veränderung muss mindestens 25 Prozent betragen, wobei die gemittelten Werte zugrunde gelegt werden, wie Planungsamtsleiter Hans Martin Seydel erläuterte. Auch die Gestaltung der Bahnhöfe kam zur Sprache: „Wir dürfen hier keine Angsträume schaffen“, warnte Limke vor einem fehlenden Einblick in den Bahnhof und vor fehlenden Sichtbeziehungen ob nicht transparenter Lärmschutzwände.

Für die Anwohner ist der aktive Schallschutz ein Segen. Die Feuerwehr stellt er vor große Probleme, wie Voerdes Stadtbrandinspektor Ernst Wardemann deutlich machte. Im Unglücksfall stellt sich für sie die Frage, wie sie an die Einsatzstelle gelangt und wie sie verletzte Personen aus dem engen Gleisbereich herausholen kann. Auch wies Wardemann auf das Thema Löschwasserbedarf hin und nannte als Beispiel den Fall eines erhitzten Kesselwagens, der zu bersten droht. Um dies zu verhindern, würden 6000 Liter Wasser pro Minute benötigt. „Wir wollen helfen, doch bei den Bedingungen sind wir ratlos.“

 
 

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