Bald schon in Afghanistan

Die Bands „Mottek“, „Exotoxis“ und „Reached“ präsentierten sich stark auf dem Konzert „Rock die Residenz“. „Reached“ spielt bald für deutsche Soldaten.

Voerde.  Während draußen bei Nieselregen die Würstchen auf dem Grill brutzelten, wurde es drinnen laut. Und rockig. Die „Residenz“ hatte am Donnerstag drei Bands eingeladen, die ordentlich Stimmung in den kleinen Räumen des Hotels Am Nordturm machten.

Für eine Band war dieser Abend ein ganz besonderes Ereignis: Die Jungs von „Reached“ kommen aus Wesel, covern Songs von „Böhse Onkelz“ und gehen schon bald auf „Geheimmission“, von der sie bei dem Konzert stolz erzählten. Denn die Bundeswehr hat die Band eingeladen, um in Afghanistan für die deutschen Soldaten zu spielen. Manuel Schöter, der Schlagzeuger der Band, freute sich schon jetzt auf dieses Abenteuer: „Für das Land zu spielen ist für uns alle eine große Ehre.“ Er selbst war bei der Bundeswehr, Gitarrist Christian Schreiber ist es immer noch. Dass es dort nicht einfach zu geht, wissen sie also und trotzdem haben sie vor der Nacht in der Kaserne und dem anschließenden unsanften Wecken keine Befürchtungen. Drei Konzerte soll die Band abliefern und das bei schätzungsweise 52 Grad Lufttemperatur. Viel Stress, aber auch viel Spaß erwarten die vier Jungs. Wann es genau losgeht, verrieten sie nicht. Durften sie auch gar nicht. Dafür erzählte Manuel Schöter aber, dass sie Videomaterial von dem vielleicht spannendsten Auftritt der Band veröffentlichen wollen.

Bevor es für sie aber in den Flieger geht, lieferten sie an diesem Abend noch ein volles Programm ab. Mit „Hier sind die Onkelz“ ging es los, „Finde die Worte“ folgte. Die gute Stimmung trotz nicht ganz so gut besuchtem Konzert hing nicht zuletzt von viel Talent, als auch von super gelaunten Musikern und der tollen Atmosphäre unter den verschiedenen Bands ab. So musste Manuel Schöter anerkennend über seine Kollegen von der Band „Mottek“ zugeben: „Die sind verdammt gut.“

Und das war die Band aus Oberhausen definitiv. Wenig Bewegung auf der Bühne, dafür umso mehr Ausdruck in ihren Liedern präsentierten die sechs Musiker an Instrumenten und mit ihren Stimmen. Dabei spezialisierten sie sich nicht nur auf Rock-Klassiker wie „Losing my Religion“, sondern gingen auch in Richtung Punk Rock mit „Paranoid“ von Green Day oder den Ärzte-Klassiker „Schrei nach Liebe“. Selbst den Song „Mamma Mia“ spielten sie so, dass er in das rockige Set perfekt hinein passte.

Als die Band „Exotoxis“ schließlich aufbaute und Sängerin Becky Gaber schon mal probehalber ins Mikro sang, war das Publikum schon sichtlich begeistert. Bei den wilden Metal-Songs wirbelte sie ihre langen Dreads durch die Luft und ließ es zusammen mit ihren Band-Kollegen ordentlich krachen. Bis spät in den Abend standen die Bands auf der kleinen Bühne und spielten was das Zeug hielt.