Anstieg des Zugverkehrs auf der Betuwe-Linie

Dinslaken.  Die Bürgerinitiative „Betuwelinie – so nicht!“ hat jetzt die Zugzählaktion aus dem Juli detailliert ausgewertet. Und belegt: Die Zahl der Güterwaggons sei seit der letzten Zählung im Jahr 2009 deutlich angestiegen, so Heinz Mülleneisen, Vorsitzender der Initiative. Eigentlich hatte die Bürgerinitiative gar nicht vorgehabt, eine erneute Zählung durchzuführen, „doch wir sind von einem betroffenen Bürger darum gebeten worden“, so Mülleneisen. Wie in den Jahren zuvor haben Mitglieder in einem 24-Stunden-Zeitraum vom Mittwoch, 10. Juli, bis Donnerstag, 11. Juli, am Bahnübergang Holtener Straße in Hiesfeld jeden einzelnen Waggon erfasst.

Gezählt und notiert wurden Personenzüge, Güterzüge, Bauzüge, Leerloks und die Anzahl ihrer Wagen bzw. Waggons. Wichtig dabei auch die Anzahl der Kesselwagen und Tankcontainer, der sogenannten Gefahrguttransporte also. „Die Bahn hatte uns einen Tag vor der Aktion mitgeteilt, dass lediglich ein Drittel der Güterzüge wegen der Bauarbeiten auf Strecke geschickt würden, daher haben wir unsere Zählungen hochgerechnet“, erklärt Mülleneisen die unterschiedlichen Zahlen in der Zugzählaktion.

So gab es gezählte 202 Zugbewegungen auf der Strecke durch Dinslaken, davon entfielen 128 auf Personenzüge, 65 auf Güterzüge und 9 wurden als Bauzüge und Leerloks identifiziert. Wären alle Züge planmäßig gefahren, würde das die Zahl deutlich erhöhen: 128 Personenzüge, 195 Güterzüge, 9 Bauzüge und Leerloks – insgesamt als 332 Zugbewegungen. Bei der Zählung 2009 waren es noch 211 Zugbewegungen. Hört sich auf 24 Stunden bezogen nicht viel an, könnte man meinen – vorausgesetzt man wohnt nicht in der Nähe der Bahngleise. Doch auch die Länge der Züge habe sich im Laufe der Jahre deutlich verändert: 798 Wagen zählte die Bürgerinitiative bei den Personenzügen, 2141 bei den Güterzügen, zusammen 2948 Wagen. Hochgerechnet wären es bei den Güterzügen dann 6423 Wagen, zusammen mit den Personenzügen ergibt dies eine Summe von 7230 Wagen, davon entfallen gezählte 192 (hochgerechnet 576) Wagen auf Kesselwagen und Tankcontainer (2009: 3187 Wagen, davon 338 Gefahrgutwagen). Inzwischen habe die Bahn der Bürgerinitiative mitgeteilt, nicht ein Drittel sondern die Hälfte aller Güterzüge habe die Strecke befahren können. „Eine schriftliche Bestätigung der Bahn liegt allerdings nicht vor“, so Mülleneisen, so dass die Bürgerinitiative an ihren Zahlen vorerst festhält.

 
 

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