Ärger um Standort für Mammobil in Voerde

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Foto: Heiko Kempken
  • Friedrichsfelderin kritisiert fehlende Möglichkeit zur Brustkrebsvorsorge
  • Sie musste zur Mammografie nach Hiesfeld fahren
  • Marktplatz in Möllen war keine Alternative als Standort

Voerde..  Alle zwei Jahre werden Frauen ab 50 bis 69 Jahren persönlich eingeladen, am kostenlosen Mammographie-Screening teilzunehmen. Vor einigen Wochen hat auch Petra Starrat wieder ein solches Schreiben erhalten. Was die Friedrichsfelderin jedoch verwunderte, war der Ort, der für die Brustkrebsvorsorge-Untersuchung in der mobilen Röntgenstation, dem Mammobil, angegeben war: der Jahnplatz in Hiesfeld. Da der Dinslakener Stadtteil von Voerde aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln aber „umständlich“ erreichbar sei, habe sie per Fax umgehend einen Vorschlag für einen Alternativstandort angefordert. Beim Rückruf der Zentralen Screeningstelle habe sie erfahren, dass das Mammobil bis August in Voerde gestanden habe, aber wegen der Umgestaltung des Marktplatzes nicht dort habe bleiben können und im Stadtgebiet scheinbar kein anderer Standort zur Verfügung gestanden habe. Mit dieser Information wendete sich die Friedrichsfelderin am 28. September per Mail an Bürgermeister Dirk Haarmann. Darin äußert sie ihr völliges Unverständnis darüber, dass es in Voerde keinen anderen Stellplatz für das Mammobil geben soll. „Es sollte doch möglich sein, die so oft propagierte Vorsorgeuntersuchung den Voerder Frauen wohnortnah anzubieten“, betonte die 58-Jährige und lieferte in ihrer Mail gleich Vorschläge für einen Alternativstandort mit: Der Marktplatz in Friedrichsfeld oder der Park am dortigen Bürgerhaus, der Marktplatz in Möllen, diverse Schulhöfe oder der Parkplatz am Freibad in Voerde böten sich dafür an. Eine Reaktion auf ihre vor fast drei Wochen verfasste Mail, hat Petra Starrat bis gestern Nachmittag nicht erhalten.

Aussagen gehen auseinander

Inzwischen hat die 58-Jährige ihren Mammografie-Screening-Termin hinter sich. Vor fünf Tagen ist sie nach Hiesfeld gefahren, um sich dort im Mammobil untersuchen zu lassen. Für sie ist das nicht das Problem, aber es gebe genügend Frauen, die kein Auto haben, sondern auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen seien. Petra Starrat fürchtet, dass der weitere Weg nach Hiesfeld einige dazu bewogen haben könnte, den Mammographie-Screening-Termin nicht wahrzunehmen.

Wie sich die Sachlage genau darstellt, dazu gab es bei Stadt und Anbieter auseinander gehende Aussagen: Beigeordnete Simone Kaspar, die den gestern noch in Urlaub verweilenden Bürgermeister vertrat, erklärte auf NRZ-Anfrage, dass das Mammobil turnusgemäß alle zwei Jahre in Voerde sei – zuletzt habe es vom 4. Mai bis 30. August 2015 dort gestanden, so dass der nächste planmäßige Termin erst wieder 2017 anstehe. Es habe für dieses Jahr keine „konkrete“ Anfrage gegeben. Der programmverantwortliche Screening-Arzt Dr. Rainer Weidner indes berichtet davon, dass die Stadt als einzige Standortalternative den Möllener Marktplatz angeboten habe. Danach befragt, sagte Kaspar, dass es einen solchen Hinweis aus dem Rathaus möglicherweise auf eine lose Anfrage während eines Telefonats gegeben haben könnte.

Wie es nun auch immer war – Fakt ist, dass der Möllener Marktplatz vom Anbieter der mobilen Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchung abgelehnt wurde. Der Ort sei „nicht optimal“, weil schlecht erreichbar, man wolle nicht so weit abseits von den Nahversorgungszentren, in der Peripherie stehen, erklärte Dr. Rainer Weidner. Man sei froh, dass man mehrere Monate in Hiesfeld habe stehen können, am Freitag wird das Mammobil dort abgebaut. Der Arzt weist darauf hin, wie schwierig es etwa angesichts des erhöhten Parkdrucks in den Innenstädten ist, für das Fahrzeug einen geeigneten Stellplatz zu finden – zumal selbiges 14,50 Meter lang ist und „Rangierfläche“ brauche. Das Versetzen sei mit einem großen Aufwand verbunden und da sollte es realistisch sein, dass einige 1000 anspruchsberechtigte Frauen zu dem Mammobil fahren. Hiesfeld sei der „bessere Standort“ gewesen. Die Screening-Termine fänden alle zwei Jahre statt – den weiteren Weg könne man alle zwei Jahre auf sich nehmen, so der Arzt.

Die Stadt Voerde antwortete Petra Starrat noch gestern Nachmittag. In der Mail versicherte Beigeordnete Simone Kaspar ihr, dass die Kommune dem Screening-Zentrum bei einer konkreten Anfrage „selbstverständlich einen geeigneten Standort – bestenfalls unweit des Rathauses – anbieten werde. Dieser müsse aber verkehrstechnisch gut erreichbar, platzmäßig ausreichend und technisch adäquat ausgestattet sein.

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