Zwei Automaten bestellt?

Fahrkartenkauf im Zug. Besser spät als gar nicht, mögen die zuständigen Verantwortlichen im Rathaus Olsberg und in der Geschäftsstelle des Zweckverbandes Ruhr Lippe für SPNV in Unna denken und auch propagieren, wenn sie sich mit der Fahrkartenautomaten-Problematik in Bigge beschäftigen sollen und Lösungen dafür der Bevölkerung kommunizieren müssen (WP, 9. Januar). Diese Angelegenheit ist komplexer als bisher in den Medien erläutert und von den Verantwortlichen eingeräumt.


Ein äußerst unangenehmer Schwebezustand wie der hiesige, in welchem die Fahrgäste ein Jahr von den zuständigen Institutionen im Unklaren gelassen werden, wie sie sich beim Einsteigen Richtung Winterberg korrekt zu verhalten haben, war - glaube ich - vermeidbar.

Der jüngst entwickelte Kompromiss, schlussendlich keinen neuen Automaten auf den Bahnsteig Richtung Winterberg zu stellen, mag zwar sinnvoll erscheinen (mit Begründung auf die Einsteigerzahlen rentiere er sich nicht), dennoch ist diese Vereinbarung zwischen Stadt Olsberg, dem ZRL und der DB Regio NRW das Ergebnis einer öffentlichen Täuschung und eines massiven Betruges.


Der bis heute andauernde Schwebezustand (...) ist mutwillig erheblich verschärft worden dadurch, dass eine Vorinstallation der Kabel und ein Beton-Fundament für den Automaten mehr als ein halbes Jahr vom Herbst 2013 bis Sommer 2014 vorhanden war. Plötzlich wurden diese Teile heimlich, still und leise im Erdboden versteckt, und deren Spuren durch Pflasterungen sorgsam verwischt.


Wenn irgendjemand z.B. aus den Reihen der Bahn oder sonst woher den Anschein erwecken sollte, für Bigge sei sowieso nur ein einziges Gerät durch den ZRL bei der Bahn bestellt worden und dieses Gerät sei mit Priorität auf den Bahnsteig Richtung Dortmund gesetzt worden (nicht nur auf Grund des WP-Artikels im August 2014 kann hierüber spekuliert werden, ohne eine verlässliche eindeutige Antwort zu bekommen), so bezweifle ich den Wahrheitsgehalt einer solchen Mutmaßung und gehe fest davon aus, dass zwei Geräte bestellt worden waren.

Es darf und es muss bei einem Betrieb des Bahnsteiges Richtung Winterberg mit einer derartigen Hinterlist aus den Institutionen heraus den Bürger zu verunsichern und zu verraten, in meinen Augen von einem sehr ernsthaften Skandal gesprochen werden. Ihn gilt es dringend konsequent aufzuarbeiten und zwar auf allen politischen Ebenen.


Dazu wäre u.a. die Errichtung eines Automaten in Bigge auf dem Bahnsteig Richtung Winterberg in meinen Augen ein geeignetes, weil adäquates Medium, hier Schaden zu begrenzen und neues Vertrauen in die Strukturen des ÖPNV zurück zu gewinnen.

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