Zum Diabetiker-Tag: Genießen statt verzichten

Silvia Borggrebe und Birgit Schrowange beim Briloner Diabetestag
Silvia Borggrebe und Birgit Schrowange beim Briloner Diabetestag
Foto: Wiegelmann
  • Diät-Expertin warnt: Diabetes Typ 2 ist kaum an Symptomen zu erkennen, wird oft nur durch Zufall entdeckt
  • Körperliche Bewegung und gesunde Ernährung kann Diabetes vorbeugen
  • Verzicht auf Schokolade ist nicht immer nötig: Schokoriegel alle zwei Tage sind laut Expertin okay

Brilon.  Vertauschte Rollen: An diesem Wochenende war nicht Schauspielerin Birgit Schrowange die Interviewte. Sie saß selbst hinter dem Mikrofon und ließ sich von Diät-Beraterin Silvia Borggrebe beim Diabetes-Tag im Krankenhaus Maria Hilf erklären, wie Prävention funktioniert. Denn: Acht bis zehn Prozent der Menschen seien von Diabetes betroffen. Tendenz steigend.

Diagnose

Diabetes Typ 2 sei kaum an Symptomen zu erkennen. „Meistens wird die Erkrankung durch einen Zufallsbefund entdeckt“, so Silvia Borggrebe. Diabetes Typ 1 verursache Symptome wie Müdigkeit, Energielosigkeit und häufiges Wasserlassen sowie großen Durst.

Vorbeugung

Vorbeugen ist entscheidend:


Körperliche Bewegung: „Zwar kann man bei Diabetes Typ 1 kaum etwas tun, Typ 2 lässt sich aber mit körperlicher Bewegung verzögern“, erklärt Silvia Borggrebe. Mindestens 30 Minuten Bewegung am Tag, am besten Ausdauersport, reduziert nicht nur das Übergewicht, sondern schützt auch vor der „Zuckerkrankheit“. „Es können auch nur fünfzehn Minuten während der Tagesschau sein. Wer zuviel will, der setzt sich nur unter Druck.“ Therabänder oder leichte Hanteln würden sich gut Zuhause ausprobieren lassen. Birgit Schrowange läuft im Wald oder trainiert im Fitnessstudio und denkt dabei an ihre Eltern: „Wenn man früh damit anfängt, legt man den Grundstein für’s Leben: Meine Eltern sind mit über 80 Jahren durch Sport fit.“

Ernährung: Versteckte Zucker verursachen eine Fettleber. Versteckt sind sie in Fruchtsäften zum Beispiel. „Lieber eine Apfelsine essen“, sagt Silvia Borggrebe. Frühstück sei für Diabetiker wichtig: „Möglichst mit viel Ballaststoffen aus Vollkornbrot, Eiweiß, vielleicht etwas Streichwurst, Marmelade und frische Früchte“. Mittags ein gesundes Mittagessen wie Couscous mit hohem Gemüseanteil. „Abends auf Kohlenhydrate zu verzichten und nur Eiweiß und Salate zu essen, klappt bei Männern sehr gut, aber bei Frauen weniger.“

Verzicht: Die meisten Menschen sollten ihren Konsum an Zucker und Fetten, vor allem den gefährlichen Transfetten, deutlich einschränken. „Ich versuche fünf Tage die Woche gesund zu leben“, erklärte Birgit Schrowange. Dann könne man auch ein, zwei Tage sündigen. Sündigen, das findet Silvia Borggrebe auch in Ordnung: „Man sollte vom Verzicht weg und hin zum Genuss. Es ist vollkommen Okay an einem Sonntag sein Leberwurstbrot mit Butter zu essen, wenn man an den anderen Tagen auf gesunde Ernährung achtet.“ Gewohnheiten bekomme man nur mit der Zeit in sein Leben etabliert. Unter Druck funktioniere eine Umstellung des Verhaltens nicht. „Sich zu sagen, Schokolade esse ich nie wieder, ist quatsch. Lieber den Riegel nur alle zwei Tage essen, dann fällt der Verzicht leichter, weil man sich schon auf den nächsten Tag und den Riegel freuen kann.“

Folgen Sie uns auch auf Facebook.

 
 

EURE FAVORITEN