Zehn Jahre Stadtmarketingverein Winterberg: eine Bilanz

Das Hotel Niedersfeld ist das 300. Mitglied im Stadtmarketingverein Winterberg.
Das Hotel Niedersfeld ist das 300. Mitglied im Stadtmarketingverein Winterberg.
Foto: Stadtmarketing
Vor zehn Jahren wurde u.a. aus der IG Pro Winterberg der Stadtmarketingverein Winterberg mit seinen Dörfern. Im Gespräch mit der Westfalenpost zieht der 2. Vorsitzende des Vereins, Winfried Borgmann, eine Bilanz und gibt einen Ausblick zur Zukunft des Vereins.

Winterberg.  Vor zehn Jahren wurde u.a. aus der IG Pro Winterberg der Stadtmarketingverein Winterberg mit seinen Dörfern. Unlängst wurde mit dem Hotel Niedersfeld das 300. Mitglied in den Verein aufgenommen. Im Gespräch mit der Westfalenpost zieht der 2. Vorsitzende des Vereins, Winfried Borgmann, eine Bilanz und gibt einen Ausblick zur Zukunft des Vereins.

Westfalenpost: Zehn Jahre Stadtmarketingverein – hat sich die Vereinsgründung 2003 gelohnt?

Winfried Borgmann: Ganz klar: Ja! Die Verschmelzung der IG Pro Winterberg, des Kulturforums und des Tourismusverbandes zum Stadtmarketingverein Winterberg mit seinen Dörfern war eine gute und richtige Entscheidung. Wir haben es geschafft, eine sehr schlanke Organisation aufzubauen und dabei trotzdem schlagfertig zu sein.

Welche Erfolge und Projekte, die erzielt bzw. umgesetzt wurden, stechen für Sie heraus?

In zehn Jahren wurde sehr viel bewegt. Die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt konnten wir kontinuierlich steigern, das Einzelhandelsangebot haben wir gestärkt. Veranstaltungen und Aktionen, z.B. „Ab in die Mitte“ mit dem großen Sandstrand in der Unteren Pforte, „Stadtfestival“ sowie Kunst- und Kulturevents, wurden durch den Stadtmarketingverein initiiert und durchgeführt. Gerne erinnere ich mich an das Musikfestival im Steinbruch oder auch an die Gewerbeschauen. Wir haben es zudem geschafft, die Dörfer mit einzubinden und örtliche Initiativen aktiv mitzutragen.

Welche Ziele wurden bisher noch nicht erreicht?

Die Hauptstraße in der Kernstadt ist wegen der sich verändernden Handelslandschaft immer noch eine „Dauerbaustelle“. Wir bemühen uns seit Jahren, gemeinsam mit den Händlern und Eigentümern, diesen Bereich nachhaltig zu beleben und zu gestalten. Auch die regionale und lokale Abstimmung kultureller Angebote und Veranstaltungen ist noch nicht optimal. Hier möchten wir eine stärkere Bündelung erreichen.

Der Stadtmarketingverein sollte die Kernstadt und die Dörfer auch ein wenig einen. Ist dies gelungen?

Das ist gelungen. Die Profilierung der Dörfer war eine Initiative des Stadtmarketings. Wir begleiten aktuell viele Dorfentwicklungsprozesse, z.B. in den Höhendörfern, wir haben das Versuchsprojekt Bürgerbus Siedlinghausen durchgeführt, wickeln die innerörtliche Beschilderung in Züschen und Niedersfeld ab und führen auch in den Dörfern Veranstaltungen und Aktionen durch. Zuletzt beispielsweise das Kneipengespräch in Niedersfeld. Im Vorstand unseres Vereins ziehen zudem „Kernstädter“ und „Dörfler“ an einem Strang.

Haben sich Aufgaben und Funktionen des Vereins verändert?

Anfangs haben wir viel stärker auf ehrenamtliches Engagement zurückgreifen können. Das Ehrenamt ist jedoch auf vielen Ebenen gefordert. Viele Ehrenamtler sind doppelt und dreifach engagiert. Daher braucht es mehr und mehr hauptamtliche Unterstützung. Vieles können wir initiieren, begleiten oder auch selbst durchführen. Im Vordergrund steht immer mehr die Aufgabe, Mitstreiter zu finden, Unterstützer zu motivieren und gemeinsam gute Projekte zu platzieren. Der Stadtmarketingverein hat sich da zu einem verlässlichen und unverzichtbaren Partner entwickelt. Wir haben kontinuierlich Netzwerke aufgebaut, die jetzt gut funktionieren.

Kann der Verein auch künftig personell wie finanziell auf so stabile Beine gestellt werden, dass er nicht nur verwalten, sondern auch gestalten kann?

Die Gestaltung stand in den letzten 10 Jahren immer im Vordergrund, weniger die Verwaltung. Dank eines sehr gut eingespielten Teams haben wir Dinge auf die Beine gestellt, von denen wir manchmal selbst überrascht waren.

Gleichwohl muss auch der Stadtmarketingverein manche bürokratischen Hürden meistern. Die 300 Mitglieder leisten einen wichtigen und unverzichtbaren Beitrag für die vielfältige Arbeit des Vereins und sie profitieren direkt oder indirekt auch von den Erfolgen unserer Vereinsarbeit in der Stadt Winterberg.

Welche Ziele und Projekte sollen kurz-, mittel- und langfristig realisiert werden?

Aktuell ist die Stelle der Projektleitung im Stadtmarketingbüro neu zu besetzen. Nach 10 Jahren müssen wir uns leider mit einem Personalwechsel befassen. Kurzfristig steht die Gewerbeschau im Frühjahr auf dem Plan. Im Herbst folgen die „Musik an außergewöhnlichen Orten“ und das Stadtfestival. KuKuK wird auch in 2014 ein gut abgestimmtes Kulturprogramm auf die Beine stellen. Langfristig werden wir gemeinsam an der Dorf- und Stadtentwicklung mitarbeiten, den Einzelhandelsstandort stärken und damit unseren wichtigen Beitrag zum Erhalt der Lebensqualität leisten.


Mit Winfried Borgmann sprach Ralf Hermann.

 
 

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