Wissen für alle zugänglich machen

Wikipedia-Autoren sind am Wochenende in Brilon zu Gast.
Wikipedia-Autoren sind am Wochenende in Brilon zu Gast.
Foto: Fremdbild
Rund 20 Wikipedia-Autoren treffen sich an diesem Wochenende zu einer Schreibwerkstat in Brilon. Dabei geht es u.a. um den Bergbau im Sauerland.

Brilon..  „Wissen ist das einzige, was sich vermehrt, wenn man es teilt“ - nach diesem Motto arbeiten jeden Tag viele Freiwillige daran, Informationen auf Wikipedia der breiten Masse zur Verfügung zu stellen. Darunter auch einige aus dem Altkreis Brilon - einer von ihnen ist Siegfried Wendel.

Seit 2007 ist der 62-Jährige dabei - eher zufällig. „Ich habe festgestellt, dass viele Informationen aus der näheren Umgebung noch gar nicht beschrieben sind.“ Zwei bis drei Stunden täglich investiert der Frührentner in Wikipedia: „Es macht mir sehr viel Spaß und so verblöde ich nicht.“

Kartoffeln und Kirchen

In den sieben Jahren hat er rund 1300 Artikel für die Online-Enzyklopädie angelegt - über Kartoffelsorten bis zu denkmalgeschützten Kirchen. Eine Art Besitzrecht hat er nicht: „,Es ist ja nicht mein Artikel. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt und der Text ist frei verfügbar. Ich bin froh, wenn etwas verbessert oder ergänzt wird. Genau dafür machen wir das“, erklärt Wendel.

Mehrere „seiner“ Artikel, und da kommt doch ein gewisser Schreiberstolz durch, wurden bereits ausgezeichnet. Bei Wikipedia läuft das folgendermaßen: Vorgeschlagene Beiträge werden in einer Preview (Vorschau) vorgestellt, beurteilt und anschließend zur Wahl gestellt. Zu den Gewinnern zählt ein Text über die Propsteikirche und eine Liste sämtlicher (bekannter) Bürgermeister von Brilon. Vor allem der zweite hatte es in sich: „Sie glauben gar nicht, wie viel Arbeit das war.“

Grundsätzlich sei die Materialsuche aber kein Problem. „Gerade hier in der Gegend gibt es viele Heimatforscher“, die ihr Wissen in Chroniken und Co. festgehalten haben.

Aber einfach abschreiben geht nicht - auch wenn die Methode seit Wikipedia ihre Popularität unter Schülern noch gesteigert hat. „Ich weiß, dass ganze Aufsätze kopiert werden. Das können wir leider nicht verhindern.“

Denn Wikipedia hat das Nachschlagen revolutioniert: „Es ist einerseits bedauerlich, dass der Brockhaus nicht mehr gedruckt wird. Andererseits war er nie so aktuell wie Wikipedia. Da kann etwas sofort geändert werden - nicht erst ein Jahr später.“

 
 

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