Winterwunderland auf Skiern

Ski und Rodel gut in den vergangenen Tagen in den Skigebieten des Sauerlandes. Ronald de Hey und Tochter Fey (5) aus dem niederländischen Arnheim freuten sich über prächtige Pistenverhältnisse.
Ski und Rodel gut in den vergangenen Tagen in den Skigebieten des Sauerlandes. Ronald de Hey und Tochter Fey (5) aus dem niederländischen Arnheim freuten sich über prächtige Pistenverhältnisse.
Foto: Kai Kitschenberg
Die Wintersport-Arena Sauerland/Siegerland-Wittgenstein blickt auf das besucherstärkste Wochenende des Winters zurück. Ein Gespräch mit Projektleiter Julian Pape.

Winterberg..  Die Wintersport-Arena Sauerland/Siegerland-Wittgenstein blickt auf das besucherstärkste Wochenende des Winters zurück. Julian Pape ist Projektleiter.

Wie sieht Ihre Bilanz des Wintersport-Wochenendes aus?

Julian Pape: Es war viel los. Uns hat in die Karten gespielt, dass wir in der vorletzten Woche beschneien konnten und dass in den vergangenen Tagen in höheren Lagen ein halber Meter Neuschnee gefallen ist. Sobald es auch im Flachland schneit, steigt die Nachfrage bei Übernachtungs- und Tagesgästen.

Winterberg und Willingen waren rappelvoll. Haben die kleineren Skigebiete auch etwas vom Kuchen abbekommen?

Julian Pape: Ja, was uns sehr freut. Viele Gäste, die sich in der Region auskennen, fahren an nachfragestarken Wochenenden in kleinere Gebiete - weil dort trotz des etwas geringeren Angebotes toller Wintersport möglich ist und die Wartezeiten allgemein geringer sind. An Tagen, an denen es sich in den Zentren ballt, ist es für uns ganz wichtig, Ausweichmöglichkeiten zu haben. Wir versuchen diese kleinen Skigebiete bestmöglich zu fördern. In diesem Jahr gibt es ein gemeinsames Ticket für sechs kleinere Gebiete. Ein allgemeiner Trend in der Gesellschaft macht den kleinen Orten das Leben schwer: Die Menschen sind fokussiert auf Zentren - wo vermeintlich am meisten los ist.

Aus welchen Regionen kamen die Gäste am Wochenende?

Julian Pape: Aus unseren Kerngebieten Ruhrgebiet und Niederlande, aber auch aus Ostwestfalen und Hessen. Nicht zu vergessen aus Niedersachsen. Seit einigen Jahren kommen viele Familien während der dortigen Zeugnisferien zu uns. Interessanterweise sind genau in dieser Zeit immer gute Ski- und Wetterbedingungen bei uns.

Die Wintersport-Arena hat massiv in Beschneiungsanlagen investiert. Dennoch: Wie abhängig ist sie nach wie vor vom Wetter?

Julian Pape: Das Wetter ist weiterhin der entscheidende Faktor für den Erfolg einer Saison, insbesondere für kleine Skigebiete, die nicht so gut mit Beschneiungsanlagen ausgestattet sind wie die Zentren. In den Hochlagen ermöglicht die Beschneiung aber mittlerweile eine gewisse Planungssicherheit.

Bereitet Ihnen der Klimawandel Sorgen?

Julian Pape: Die Skigebiete planen ihre Investitionen über einen Zeitraum von etwas 20 bis 25 Jahren. Mindestens über diese Periode gehen wir trotz der jährlich zu erwartenden Schwankungen der Witterungsbedingungen davon aus, dass sich der Wintersport in der Region halten wird und wirtschaftlich betrieben werden kann.

Was bedeuten sportliche Großereignisse - wie Skispringen in Willingen oder Bobfahren und Rodeln in Winterberg - für die Arena?

Julian Pape: Durch TV-Übertragungen erhält das Sauerland Aufmerksamkeit. Und es zementiert sich in den Köpfen vieler Menschen, dass wir eine Wintersport­region sind.

Es muss sich aber auch in den ­Köpfen festsetzen, dass es sich um eine Region handelt, in der Skifahrer auch gut feiern können. Reicht das derzeitige Après-Ski-Angebot aus?

Julian Pape: Es ist in den vergangenen Jahren viel in die Qualität von Hütten und Lokalen investiert worden. Unsere Flutlicht-Abende - mit Pisten­beleuchtung und anschließendem Après-Ski sind längst zu einem Klassiker geworden. In ganz ­Europa gibt es nicht ein solches Flutlicht-Angebot wie bei uns.

Können Sie am Ende der Saison eine positive Bilanz ziehen?

Julian Pape: Die momentane Wetterlage ist ­stabil. Das heißt: Es bleibt winterlich, die Bedingungen auf den ­Pisten und in den Loipen werden voraussichtlich auch in den ­nächsten Wochen gut bis sehr gut sein. Neben den Karnevals­flüchtlingen erwarten wir in diesem ­Monat sehr viele Feriengäste aus den Niederlanden und Belgien. Ich bin optimistisch, dass wir am Ende der Saison zufrieden sein können.

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