Winterberger Politik kritisiert Kostenspirale bei der Bobbahn

Die Bobbahn in Winterberg
Die Bobbahn in Winterberg
Foto: www.blossey.eu
Die Fraktions-Chefs im Winterberger Rat sehen trotz der Marketingeffekte mit Sorge die ständig steigenden Zuschüsse der Stadt für die Unterhaltung der Bobbahn. Gefordert wurde nach der Bob-WM Anfang 2015 ein Zukunftskonzept, Schuldenabbau und mehr Zuschüsse von Bund und Land.

Winterberg.  Zugegeben, die Weltmeisterschaften Bob und Skeleton stehen Anfang 2015 ins Haus und dass bei so einem Hochkaräter die Messlatte in Sachen Kosten höher gelegt wird, liegt in der Natur der Sache. Dennoch haben die Titelkämpfe bei den Vorsitzenden der drei Winterberger Rats-Fraktionen nicht ganz den Blick für die grundsätzliche Tendenz bei den Ausgaben für die Bobbahn getrübt. Im Gegenteil, die Politiker kritisierten – der eine mehr, der andere weniger ausführlich – jetzt im Rat eine ständig steigende Ausgabenlast in diesem Bereich für die Stadt.

Mit Blick auf die Verschuldung der Stadt Winterberg, die in diesem Jahr um 2,41 Prozent auf 49,16 Millionen Euro steige, sprach CDU-Fraktionschef Andreas Pieper bei einer Verschuldung der Bobbahn von rund 2,64 Millionen Euro vom zusätzlichen Wermutstropfen.

Zukunftskonzept nach der Bob-WM

„Da ist die Stadt mit 50 Prozent, also 1,32 Millionen Euro voll dabei“, so Pieper, der auch weitere konkrete Zahlen nannte. So stieg der städtische Zuschuss für den Eiskanal von 343 000 Euro im Jahr 2012 auf 483 758 Euro in diesem Jahr. „Von unserem Ziel, einmal einen Zuschussbedarf von nur noch 250 000 Euro zu erreichen, sind wir meilenweit entfernt“, betonte der im Mai nach der Kommunalwahl scheidende Fraktionschef, der allerdings auch auf die überragende Marketingbedeutung der Bahn für den Hochsauerlandkreis und die Stadt hinwies. Allerdings verwies er auch auf eine Grenze, an der Marketing- und Image-Effekte nicht mehr mit dem finanziellen Aufwand korrelieren würden. Andreas Pieper forderte, nach der WM 2015 mit Bund, Land, Kreis und Stadt grundsätzlich ein Zukunftskonzept zu erarbeiten. SPD-Fraktionschef Harald Koch betonte ebenfalls den Marketingwert der Bobbahn und erinnerte an das Bob-Weltcup-Wochenende Anfang Januar mit großer medialer Wirkung bis hin zur Tagesschau.

Unterhaltungskosten Knackpunkt

Kritisch äußerte sich Koch aber zur Zurückhaltung von Land und Bund bei der finanziellen Unterstützung für die Unterhaltskosten. „Die Investitionskosten unserer Sportstätten werden regelmäßig von Land und Bund unterstützt. Gleiches sollte aber auch für die Unterhaltskosten gelten“, so Koch.

Über klare Fakten zu den Zahlen der Bobbahn dank der neuen Führung der Erholungs- und Sportzentrum Winterberg GmbH freute sich FDP-Fraktionschef Bernd Kräling. Dies sei über Jahrzehnte anders gewesen. Auch er bewertete Bobbahn und Sprungschanze als Aushängeschilder, mit Blick auf die nächste Ratsperiode forderte er aber, daran zu arbeiten, „die Schulden erheblich zu reduzieren.“

 
 

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