Wertschöpfung weiter steigern

Bernd Sangermann
Einen neuen Lift und und eine neue Pistenführung gibt es am Poppenberg im Skiliftkarussell Winterberg.
Einen neuen Lift und und eine neue Pistenführung gibt es am Poppenberg im Skiliftkarussell Winterberg.
Foto: WP
Das Tourismuskonzept 2020 soll in Winterberg die Weichen für die Zukunft stellen.

Winterberg.  Die Wertschöpfung aus dem Tourismus weiter zu steigern und nachhaltig zu sichern ist das Ziel der Winterberg Touristik und Wirtschaft Gesellschaft bis zum Jahr 2020. „Dazu wird das bestehende Tourismuskonzept auf den Prüfstand gestellt“, kündigte Tourismus-Chef Michael Beckmann im Rahmen der Tourismus-Bilanz 2015 an.

Von 2007 bis 2009 seien schon viele positive Veränderungen vorgenommen worden. „Damals hatten wir noch eine Menge Nachholbedarf“, so Beckmann. Das Tourismuskonzept 2015 und der aufgezeichnete Weg hätten dann die Weichen für hohe, meist private Investitionen in den Tourismus gestellt.

Umsatzsteigerungen

Die Zahl der Tagesgäste, wie auch der Übernachtungen sei kontinuierlich gestiegen. „Von den so generierten Umsatzsteigerungen profitierten nicht nur Hotellerie und Freizeitanlagen, sondern auch Handel und Handwerk. Durch gestiegene Einkünfte und vielfältige, auch den Einheimischen bereitstehende Angebote stieg die Lebensqualität in der Region.“

Dies bestätigen Daniela Diemel vom Hotel Nuhnetal, Jürgen Bröker, Objekteinrichter und Gastgeber der Tourismus-Bilanz, sowie Peter Lingenauber (Lebensmittelhandel in Züschen).

„Der Tourismus in Winterberg hat sich sehr positiv entwickelt“, meint Daniela Diemel. „Wir haben mittlerweile eine fast 70-prozentige Auslastung. Die Leute kommen gerne wieder, da in Winterberg viel getan worden ist.“ Aber ohne Investitionen sei ein Hotel kaum zu führen. „Die Gäste erwarten ein attraktives Umfeld, möglichst auch mit Wellness-Angeboten. Da muss man immer wieder nachlegen.“ In den letzten Jahren sei das Hotel komplett saniert worden. „Rund 2 Mio. Euro haben wir schon investiert“, betont sie.

Aufträge in ganz Deutschland

Vom Tourismus profitiert auch der Betrieb von Jürgen Bröker. „70 bis 80 Prozent des Umsatzes machen wir durch den Tourismus.“ Inzwischen sei man mit Aufträgen in ganz Deutschland unterwegs. „Die Gäste sehen in Ferienwohnungen, Hotel-Zimmern oder auch touristischen Einrichtungen unsere Arbeit und fragen bei uns an, ob wir Ähnliches für sie anfertigen können. Natürlich arbeiten wir auch für heimische Fremdenverkehrsbetriebe.“ Ohne den Tourismus wäre das alles nicht denkbar.

20 Prozent seines Umsatzes komme durch Gäste und Urlauber herein, so Peter Lingenauber, der einen Lebensmittelmarkt in Züschen führt. „Der Tourismus wird gerade in kleineren Orten immer wichtiger, weil auch die Einwohner immer weniger werden.“ So sei man schon auf den Fremdenverkehr angewiesen. Eine Lanze für die kleineren Nahversorger brach Beckmann. „Sie dürfen uns nicht wegbrechen.“ Seiner Meinung nach haben sich die Kundenbedürfnisse und -wünsche entscheidend geändert. Um weiterhin zeitgemäß aufgestellt zu sein, müsse das Konzept angepasst werden. Nur so könne die Region ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern. Dabei will die Ferienregion auf die zuvor erfolgreich gesetzten Schwerpunkte aufbauen.

Umfrage an Rhein und Ruhr

Mit einem innovativen Marktforschungsansatz im Bereich Destinationsentwicklung wurden Menschen an Rhein und Ruhr, in Frankfurt, in Hannover und auch den Niederlanden befragt. Herauskristallisiert hat sich u.a., dass Winterberg für holländische Gäste nur im Winter ein Ziel ist und für den Sommer nicht in Erwägung gezogen wird. „Hier bietet sich noch enormes Potential“, so der Tourismus-Chef. In weiteren Schritten erfolgt nun die Konzepterarbeitung und ein Maßnahmen- und Umsetzungsplan. Neben touristischen Leistungsträgern sollen auch Einzelhandel, Dienstleister und regionale Partner direkt in den Abstimmungs- und Entwicklungsprozess eingebunden werden. Verschiedene Gremien, u.a. ein zentraler Projektbeirat, legen den Grundstein für ein Konzept, das von allen mit getragen wird und die Ansprüche und Ideen aller Interessengruppen berücksichtigt.

Gesundheitstourismus im Fokus

Schwerpunkt des neuen Konzeptes ist weiterhin die Stärkung der „grünen“ Jahreszeit. Beckmann: „Einen wichtigen Part wird dabei der bewegungsorientierte Gesundheitstourismus in Verbindung mit Naturerleben einnehmen. Als Kernelemente werden vier bis fünf Schlüsselprojekte – und nicht wie in 2009 über 50 Projekte – herausgearbeitet, die auch wirklich umsetzbar und realisierbar sind.“ Mit dem Förderprojekt „Know-How Upgrade: Zukunftssicherung für kleine inhabergeführte Betriebe“ und der neuen digitalen Strategie seien bereits zwei Schlüsselprojekte gesetzt.