Wenn die Küken Eier sammeln...

Die Protagonisten der Rühreierschlacht.
Die Protagonisten der Rühreierschlacht.
Foto: WP

Helmeringhausen. (le) Schon mal was von den „Helmeringser Haundern“ gehört? Rosenmontag schlägt wieder ihre große Stunde.

„Man glaubt es kaum: In unserem Innern wir uns der gold’nen Zeiten erinnern: Heut’ seh’n wir, dass das Dorf, die Stadt sich auf sich selbst besonnen hat. Das Wort, mit dem man sich verspottet, das wurde wieder ausgemottet. Wogegen Dörfer sonst sich wehren, das halten hoch sie jetzt in Ehren! Der Spott- , er ward zum Ehrennamen!“

Das schrieb 1982 Alfred Vorderwülbecke in seinem Band „ Von den Attendorner Kattenfillers zu den Züschener Holteböcken“, eine reizvolle Sammlung über Sauerländer Spott-, Spitz- und Necknamen.

Spitz- und Necknamen

Neben den Gieblinker Össkes (Gevelinghauser Ochsen) und den Asker Füäsken (Assinghauser Fröschen) spielen die Helmeringser Haunder (Helmeringhauser Hühner) eine gewichtige Rolle.

Statt von Hühnern spricht man in den letzten Jahren auch gern von den Helmeringhäuser Küken. Und das nehmen die Dorfbewohner und auch die Nachbarn sehr ernst und heiter zugleich. Besonders die Jugend findet Gefallen an dem Ehrennamen. Selbstverständlich sind auch die Mitteilungstafeln in der Ortsmitte mit drei prächtigen Küken geziert.

Rosenmontag aber schlägt in jedem Jahr die Stunde der Jungmänner. Sie stülpen sich die Masken von Hahn und Huhn über und ziehen von Haus zu Haus. Dort werden sie schon erwartet.

Die aufgestapelten Eierpakete wandern in den mitgebrachten Korb und die Spardose wird nebenbei auch gefüllt.

Zum Schluss ziehen sie unter großem Getöse in ihren Dorfgasthof Freisen-Leutner ein. Die Wirtin Rose hat in ihrer kleinen Küche auf den Herden schon drei Pfannen bereit gestellt.

In Speck gebraten

Zunächst werden Speckwürfel angebraten. Und dann schlägt Rose gezielt und gelassen Dutzende von Eiern in die Pfannen, wo sie zu köstlichem Rührei gebraten werden. Die ersten heiß dampfenden Schüsseln mit dem wohlschmeckenden, goldgelben Hochgenuss bekommen natürlich die jungen Männer, die inzwischen ihre Masken abgelegt haben.

Als Zugabe reicht Rose knuspriges Sauerländer Brot und ihr Gerd serviert ein kühles Blondes. Da kommt Stimmung auf.

Auch die übrigen Gäste in der urgemütlichen Kneipe freuen sich über knusprigen Eiersegen. Die großen Küken haben nämlich so viele Eier gesammelt, dass auf jedem Tisch das leckere Gericht präsentiert werden kann: Kostenlos! Das gibt’s nur in Helmeringhausen.

Und darauf ist man im kleinsten Fleckchen am Ende der Welt sehr stolz.