Vorsicht vor falschen Abmahnungen!

RND Symbolbild zum Thema Internetabzocke, hier die Seite www.nachbarschaftspost.com Foto honorarpflichtig!
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Foto: POTTGIESSER, Kai
Haben Sie heute schon Ihre E-Mails abgerufen? Wenn ja, dann wartet da hoffentlich keine unliebsame Überraschung in Form einer Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung - sogenanntes Filesharing - auf Sie! Die verbraucherzentrale warnt.

Olsberg.. (aj) Haben Sie heute schon Ihre E-Mails abgerufen? Wenn ja, dann wartet da hoffentlich keine unliebsame Überraschung in Form einer Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung - sogenanntes Filesharing - auf Sie!

Wie die Verbraucherzentrale Arnsberg und andere Organisationen auf umfangreichen Internetseiten mitteilen, hat in den vergangenen Tagen ein dubioser Anwalt solche Abmahnungen verschickt. Auch in Olsberg soll ein Adressat rund 900 Euro inklusive Geschäftsgebühr, Auslagen und Mehrwertsteuer berappen. Wenn der Betrag aber binnen sieben Tagen auf eine Bank in der Slowakei gezahlt werde, reduziere sich diese Forderung gnädigerweise auf 146,95 Euro.

Besagte Rechnung sieht auf den ersten Blick echt aus. Beim zweiten Hinsehen vermisst man dann allerdings, wo die besagten Anwälte gegen die bereits eine Reihe von Anzeigen wegen Internet-Betrugs vorliegen, ihren Sitz haben. Der Olsberger soll im Internet als Teilnehmer eines so ge-nannten „Peer-to-Peer-Netzwerkes“ urheberrechtlich geschützte Filmwerke, TV-Serien und Musikdateien heruntergeladen haben. Die IP-Adressen der Download-Server sollen im vorliegenden Fall in Sheffield, Bukarest, Lissabon und sogar in Jerusalem und Damaskus sein.

„Es wird ja auch nie gesagt, gegen was speziell verstoßen worden ist, sondern alles wird anonymisiert gehalten. Oft fehlt sogar die persönliche Anrede und es heißt einfach nur ,Sehr geehrte Damen und Herren,“, weiß auch Angelika Walter von der Verbraucherzentrale. „Wer Abmahnungen verschicken darf, muss dafür autorisiert sein!“

Warum sich besagter Anwalt für solche Machenschaften hergebe, entziehe sich ihrer Kenntnis, so Walter.

In einer ersten Reaktion auf der Seite „Konsumer.info“ und auch bei der Verbraucherzentrale heißt es: „Legen Sie das Schreiben zur Seite. Zahlen sie nicht“. Allerdings gilt dieser Tipp nur für diesen speziellen Fall von „Fake“ (Fälschung). Denn illegale Downloads gibt es durchaus viele.

Bestehen allerdings - wie in diesem Fall - gewisse Zweifel, ob eine Abmahnung echt ist, sollte man einen Anwalt zu Rate ziehen oder die Dienste der Verbraucherzentrale in Anspruch nehmen. Kostenpunkt: 80 Euro. Ernst zu nehmen seien vor allem Abmahnungen, die mit der Post kommen, da solle man sich unbedingt fachkundigen Beistand holen. Und so Frau Walter weiter: „Vor allen nichts unterschreiben, dann erkennt man seine Schuld an!“

 
 

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