Vor der Uni erstmal die Welt studieren

Marie Menke

Brilon.  Und dann ist das Abi plötzlich da und damit auch die Entscheidung, was ihr danach machen wollt: Sofort studieren? Oder doch lieber etwas anderes? Immer mehr entscheiden sich mittlerweile für ein Freiwilliges Soziales Jahr – ob im Sport, im Umweltschutz, in Deutschland oder im Ausland.

Ein ganzes Jahr im Ausland hört sich ganz schön lang an? Aber es gibt auch kürzere Versionen. Für euch haben wir Coco Weber (20) aus Brilon interviewt, die an einem solchen Programm teilnimmt, weil sie nach ihrem Abitur am Gymnasium Petrinum erstmal noch andere Pläne hat, bevor es an die Uni geht.

Frage: Kannst du kurz beschreiben, wie die kommende Zeit für dich aussehen wird?

Coco Weber: Vor einigen Tagen bin ich nach Neuseeland geflogen und verbringe hier sieben Wochen, bevor ich nach Nepal fliege, wo ich meinen eigentlichen Freiwilligendienst beginne. Ich arbeite dort in einem Kinderheim, werde mich um die Kinder kümmern und dabei noch Schulunterricht, wahrscheinlich in Englisch, vielleicht auch in Mathe oder Naturwissenschaften, geben.

Wie bist du auf die Idee gekommen?

Im Schuljahr 2009/2010 war ich das erste Mal im Ausland – in Brasilien zum Schüleraustausch. 2012 habe ich dann an einem Workcamp in Tansania teilgenommen. Als ich dann beschlossen habe, dass ich nicht direkt studieren möchte, habe ich mich bei derselben Organisation informiert und herausgefunden, dass sie auch schon Programme für ein halbes Jahr anbieten. Und das mache ich dann jetzt.

Was ist das für eine Organisation, die dich begleitet?

Sie heißt „IJGD“, bietet auch zum Beispiel internationale Workcamps in Deutschland an und arbeitet mit vielen verschiedenen Organisationen auf der ganzen Welt, um Workcamps außerhalb von Deutschland zu organisieren. Da kommen dann Leute aus verschiedenen Ländern zusammen, machen Projekte zum Umweltschutz oder organisieren beispielsweise ein Festival. Da sie Beziehungen zu Organisationen auf der ganzen Welt haben, organisieren sie aber auch Freiwilligendienste.

Wo genau liegt Nepal und was kannst du darüber schon sagen?

Es liegt nördlich von Indien und südlich von China. Dort wurde der Buddha geboren, so dass es hauptsächlich den Buddhismus und den Hinduismus gibt. Die Hilfsorganisation ermöglicht gerade dort Freiwilligendienst, weil es zu den ärmsten Ländern der Welt gehört. Und für alle, die sich fürs Wandern interessieren: Dort liegt der Mount Everest!

Wie stellst du dir deine ersten Tage in Nepal vor?

Zuerst einmal bin ich gespannt zu erfahren, in was für ein Kinderheim ich komme, da ich bis jetzt den Ort noch nicht weiß. Je nachdem welches für mich ausgesucht wird, erfahre ich dann auch, wo ich untergebracht werde: in einer Gastfamilie oder direkt im Kinderheim. Zuerst gibt es die „Orientation Days“, damit wir die wichtigsten Phrasen aus der Sprache lernen und uns gegenseitig und die Kultur kennenlernen – und dann geht es auch schon los.

Was glaubst du, wird dir am meisten schwer fallen?

Ich vermute, dass es mir vor allem in den ersten Monaten richtig schwer fallen wird, dass ich mich nicht immer richtig ausdrücken kann. Wir haben zwar, wie gesagt, zuerst sogenannte „Orientation Days“, während denen wir einen kleinen Einblick in die Sprache bekommen. Aber ich denke, dass ich mich trotzdem in den ersten Monaten mit Händen und Füßen verständigen muss und habe Angst, dann falsch verstanden zu werden.

Worauf freust du dich am meisten?

Am besten finde ich, dass ich eine Chance bekomme, in dieser fremden Kultur zu leben. Ich habe viele Bücher über den Hinduismus und den Buddhismus gelesen und in Nepal werden die Menschen einfach noch viel mehr durch ihre Religion geleitet als wir in Deutschland. Ich finde die Kultur und Religion total interessant.

Hast du Tipps für alle, die auch eine Zeit im Ausland verbringen wollen?

Geht auf die Seite www.ijgd.de!