Von der Reeperbahn bis nach Las Vegas

Carsten Hesse alias Freddy Albers
Carsten Hesse alias Freddy Albers
Foto: WP
Der Hallenberger Sänger und Musiker Carsten Hesse feiert nach wie vor große Erfolge als Freddy Albers. Pfingstsonntag ist er ab 15 Uhr im Winterberger Kurpark zu sehen. Gerade kommt er vom Hafengeburtstag in Hamburg und selbst in Las Vegas überließen ihm die Bands kampflos das Bühnen-Terrain.

Hallenberg/Winterberg..  „Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise!“ Dieser alte Seemannssong ist für den Hallenberger Carsten Hesse und seine Frau Marion zurzeit Programm. Im Berufsleben ist der noch 44-jährige Hallenberger (am Sonntag hat er Geburtstag!) gelernter Großhandelskaufmann und arbeitet beim Felgenhersteller Borbet in der Abteilung TÜV-Gutachten. Aber in seiner Freizeit feiert er nach wie vor große Erfolge als Freddy Albers – eine Mixtur aus Hans Albers und Freddy Quinn. Gerade ist er von mehreren Auftritten beim Hafengeburtstag in Hamburg und von der Insel Sylt zurückgekehrt. Davor war er in Amerika – auf den Spuren von Elvis und Dean Martin, deren Musik Carsten Hesse auch perfekt interpretiert.

„Amerika war eine wunderbare Erfahrung. Auch wenn wir dort waren, weil ich das unbedingt einmal im Leben gesehen haben musste, werden wir die Reise sicherlich wiederholen“, sprüht Carsten Hesse vor Begeisterung. In Las Vegas ist er gewesen, in Hollywood und natürlich auch am Grab von Dean Martin. Eigentlich nur als Tourist. Aber weil Musiker immer wieder andere Musiker treffen, lernte er in Laughlin (Nevada) mal eben per Zufall ein Show-Duo kennen. Klar, dass es nicht lange dauerte, bis Freddy im „Riverside Casino“ auf der Bühne stand und ein paar Lieder singen durfte. „Ein gewisser Doug aus Memphis gab uns dann den Tipp, bei unserem Tripp über die legendäre Route 66 das abseits gelegene Oatman in Arizona zu besuchen. Dort habe ich dann gleich bei dem Countrysänger Bob Murray im Studio ein paar englische Songs aufgenommen.“

Weiter durch wunderschöne Westernlandschaften landeten die beiden Hallenberger in Page/Arizona. Und weil der Tischnachbar der Kellnerin gesteckt hatte, dass ein Sänger aus Deutschland anwesend sei, stand Carsten nur wenig später schon wieder mit einer Country Band auf der Bühne. „So etwas ist in Deutschland nur schwer denkbar, aber da drüben scheinbar ganz normal.“

Bühne frei für den Sauerländer!

Ein ähnliches Erlebnis hatte Carsten Hesse am Ende der Reise in Las Vegas. Dort traf er Dick Grob. Den hatte er bei einem Auftritt in Rostock kennengelernt und sie hatten Adressen ausgetauscht. Grob war in den 60-er Jahren Polizist in Palm Springs und für die Sicherheit von Frank Sinatra und Bing Crosby zuständig. Zehn Jahre lang war er Sicherheitschef und guter Freund von Elvis Presley, den er bei 1128 (!) Konzerten begleitete. Da wurde Carsten Hesse schon ein bisschen neidisch.

Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass man dem Hallenberger auch in Vegas die Bühne mit der Band „Rock this town“ überließ. Deren Sänger beschwerte sich hinterher, dass er 15 Lieder für die Katz gesungen habe. Und dann sei so ein Typ aus Germany gekommen und hätte Standing Ovations bekommen...

Mittlerweile hat der deutsche Alltag den Sänger wieder eingeholt. An diesem Sonntag tritt er in Winterberg auf, am 18. Juni ist er beim Schlossfest in Greiz/Vogtland mit dem Vater von Stefanie Hertel auf der Bühne. Ende Juli nimmt er an der „Golden-Oldies“-Veranstaltung bei Gießen teil. Am 22. September sind die Feierlichkeiten zu Hans Albers 125. Geburtstag fest in seinem Kalender terminiert. Bad Nauheim im August, Berlin im Dezember und dann auch mal wieder mit Elvis-Musik. „So geht es immer weiter, man ist ja nur einmal jung“, sagt Carsten und zieht die Seemannskappe ins Gesicht.

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