Von der Bewahrschule zum Familienzentrum

Winterberg..  Die Olper Franziskanerinnen, die auch das Winterberger Krankenhaus leiteten, das in der nächsten Woche sein 125-jähriges Bestehen feiern wird, gründeten vor 100 Jahren eine „Kinderbewahrschule“ in den Räumen des Krankenhauses. 38 Winterberger Kinder wurden anfangs dort betreut. 1919 erfolgte die Umbenennung in „Kindergarten“.

Nach der Machtergreifung der Nazis im Dritten Reich wurden die Franziskaner-Schwestern 1934 von der Leitung abgezogen und durch parteitreue NSV-Erzieherinnen (National-Sozialistische Volksfürsorge) ersetzt, der Kindergarten zog in die „Bierhalle“ um.

Als diese nach Kriegsausbruch zum Kriegsgefangenenlager umfunktioniert wurde, verlagerte man den Kindergarten erst in die Schützenhalle und dann in das Hitler-Jugend- und spätere „Schutzengel-“Heim „Auf der Wäsche“. Da die NSV-Kräfte für Kriegsdienste gebraucht wurden, übernahmen die Ordensschwestern wieder die Leitung.

Seit 50 Jahren „Auf der Wallme“

1965 zogen die mittlerweile 120 Kinder mit der legendären Schwester Ursulana, die den Kindergarten seit den 50er Jahren über 37 Jahre lang mit viel Herzblut leitete, in das unter der Ägide von Pfarrer Wilhelm Inkmann erbaute Edith-Stein-Haus „Auf der Wallme“, wo er jetzt seit genau 50 Jahren angesiedelt ist – ein weiterer Grund zum Feiern!

Seit 1992 können auch Kinder mit geistigen oder körperlichen Beeinträchtigungen aufgenommen werden. Seit 2009 darf der Kindergarten das Gütesiegel „Familienzentrum NRW“ tragen, außerdem ist er als Bewegungskindergarten mit dem Pluspunkt Ernährung sowie „Schnee kinderleicht“-Kindergarten zertifiziert. Aktuell gehen 79 Jungen und Mädchen in die Kita Edith Stein, davon 22 unter drei Jahren, und werden von 15 Mitarbeiterinnen betreut. mau

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