Verlässliche Partner seit fast zwei Jahrzehnten

Das „Timesharing“-Unternehmen Hapimag ist seit fast 20 Jahren ein touristischer Partner für Winterberg. Jetzt zogen Konzern-Chef Kurt Scholl (m.) sowie Tourismus-Direktor Michael Beckmann und Bürgermeister Werner Eickler Bilanz
Das „Timesharing“-Unternehmen Hapimag ist seit fast 20 Jahren ein touristischer Partner für Winterberg. Jetzt zogen Konzern-Chef Kurt Scholl (m.) sowie Tourismus-Direktor Michael Beckmann und Bürgermeister Werner Eickler Bilanz
Foto: Ralf Hermann
Es ist ein kleines Jubiläum: Vor fast genau 20 Jahren hat das Unternehmen Hapimag in Winterberg sein Ferienresort am Dumel gebaut und eröffnet. Anlass genug für Konzernchef Kurt Scholl, aus der Schweiz anzureisen und ein wenig Bilanz zu ziehen mit Tourismus-Direktor Michael Beckmann und Bürgermeister Werner Eickler.

Winterberg.  Es ist ein kleines Jubiläum: Vor fast genau 20 Jahren hat das Unternehmen Hapimag in Winterberg sein Ferienresort am Dumel gebaut und eröffnet. Anlass genug für Konzernchef Kurt Scholl, aus der Schweiz anzureisen und ein wenig Bilanz zu ziehen mit Tourismus-Direktor Michael Beckmann und Bürgermeister Werner Eickler.

Es war ein kleiner Wiederspruch von Kurt Scholl im Verlauf des Bilanz-Gesprächs, der die Entwicklung des Ferienresorts in den letzten 20 Jahren verdeutlichte. „Ein wenig schon“, sagte der Konzern-Chef auf die Aussage seinen Marketing-Mitarbeiters, dass das Unternehmen Hapimag nie eine gehobene und geschlossene Gesellschaft der eigenen Aktionäre gewesen sei. Heute ist sie es tatsächlich nicht mehr. Zumindest nicht in Winterberg. Das Resort hat sich geöffnet für Einheimische und für externe Gäste, die nicht mehr zwingend Aktien-Besitzer sein müssen. Eigentlich schon wieder ein Wiederspruch, denn Kurt Scholl war auch nach Winterberg gereist, um zu betonen, dass das in Deutschland wenig beliebte, von seinem Unternehmen aber erfolgreich praktizierte „Timesharing“-Modell funktioniert - sofern es seriös konzipiert, finanziert und damit auch nachhaltig sei.

„Timesharing“ oder auch das so genannte Teilzeit-Wohnrecht ist, wenn möglichst viele Menschen gemeinsam Geld investieren, um damit eine Immobilie oder auch gleich mehrere Immobilien für Urlaubszwecke nutzen zu können. Dieser Begriff hat einen nicht allzu guten Ruf. Zu viel privates und öffentliches Geld wurde in den 80er und 90er Jahren u.a. mit Steuersparmodellen oder auch Immobilienfonds in diesem Bereich verbrannt.

Dass diese Modelle unter bestimmten Voraussetzungen sehr erfolgreich sein können sowohl für private Investoren als auch für Tourismus-Destinationen und das Unternehmen selbst, dafür sei Winterberg ein gutes Beispiel. Darin waren sich Bürgermeister Werner Eickler, Tourismus-Direktor Michael Beckmann und Kurt Scholl, einig.

Fest macht es insbesondere Michael Beckmann an der Notwendigkeit, gemeinsam in eine Richtung zu gehen. Dabei spiele insbesondere das Tourismus-Konzept eine dominierende Rolle. „Wir haben dann wie bei uns verlässliche Partner, die aufgrund ihrer stabilen und meist hohen Gäste-Belegung für den gesamten Ort von großer Bedeutung ist. Schließlich fließt enorme Wirtschaftskraft in die Stadt. Wichtig dabei ist die Einbindung eines solchen Partners in die touristische und städtebauliche Konzeption der Destination. Wir geben auf Destinations-Ebene die Leitplanken vor, in dessen Rahmen sich unsere Partner entfalten können. So profitieren dann alle davon“, sagt Michael Beckmann, der neben Hapimag mit dem Landal-Ferienpark auch einen zweiten großen, konzeptionell im Vergleich zum Hapimag-Modell etwas anders aufgestellten „Timesharing“-Anbieter im Stadtgebiet weiß.

Nicht zu unterschätzen seien bei der Zusammenarbeit auch Marketing-Aspekte.

„Wir können mit solchen Anlagen in unseren Zielgebieten hervorragend werben, was wiederum allen Partnern zu gute kommt.“ 65 Prozent Auslastung im Jahresschnitt für das Winterberger Hapimag-Resort 2012 belegen diese Aussagen.

Thema Zweitwohnungssteuer

In Zeiten knapper bzw. leerer kommunaler Kassen ist auch Bürgermeister Werner Eickler froh über jedes touristische Unternehmen, dass mit langfristigen Konzepten die Gästezahlen auf einem konstant hohen Niveau hält und so für Wertschöpfung sorgt. Dies sagt er auch mit Blick auf das Thema Zweitwohnungen. „In den 1970er und 1980er Jahren wurden in vielen Ortsteilen viele Zweitwohnungen gebaut, die heute, gut 25 Jahre später, oftmals über das Jahr gesehen wenig genutzt werden. Die damals erforderliche Infrastruktur ist heute in diesen Baugebieten aufgrund der Frequentierung überdimensioniert. Die Kosten sind da, es kommt aber, abgesehen von der Zweitwohnungssteuer, wenig zurück“, so Eickler. Mitterweile habe sich die Situation entspannt. „Es gibt keinen Zuwachs an Zweitwohnungen mehr, wir haben eine gute Durchmischung.“ Kurt Scholl spricht in diesem Zusammenhang von „kalten Betten“ und zumeist „geschlossenen Fensterläden, die keine Bereicherung für einen Ferienort sind“.