Verärgert, verwundbar, verzweifelt – am Ende aber hoffnungsvoll

„How big, how bright, how beautiful“, übersetzt „Wie groß, wie hell, wie schön“, beschreibt nicht nur die außergewöhnliche Karriere der Indie-Rock-Band Florence and the Machine, sondern ist auch der Titel ihres dritten Studioalbums, das am 29. Mai veröffentlicht wurde.

Passend zum elfengleichen Auftreten der rothaarigen Frontfrau Florence Welsh, behandelten die zwei vorhergegangen Alben „Lungs“ und „Ceremonials“ eher realitätsferne Themen und schwere Metaphern. Trotzdem sind auch dem Otto Normalradiohörer, die großen Hits der Briten nicht unbekannt. „You’ve got the Love“ und „Dog days are over“ sind nämlich mittlerweile schon echte Ohrwurmklassiker.

Mit mehr geerdeten Texten und harten Tönen, scheint die Band jedoch mit der träumerischen, melancholischen Vergangenheit abzuschließen und ein neues Kapitel zu beginnen. Besonders mit der ersten Singelauskopplung „Ship to wreck“ wird deutlich, dass die Lyrics echte Erfahrungen widerspiegeln und aufgestaute Gefühle auch direkt und hart ganz ohne Zuckerwatte-Verschönerungen noch gut klingen können.

Vielfältig und erfrischend

Von verärgert, über verwundbar, verzweifelt und am Ende doch hoffnungsvoll – die insgesamt 11 Songs der neuen Platte sind so vielfältig und erfrischend, dass man der Band ihre zweijährige Studiopause verzeihen kann. Unendliche Partynächte, gebrochene Herzen, Nervenzusammenbrüche, die Lyrics sind nicht einfach nur schön passend zum Rhythmus, sie sind auch echte Geschichten aus dem Leben der Sängerin, die sie mit „How big, how bright, how beautiful“ verarbeiten konnte.

Und falls ihr während des Lesens die ganze Zeit die Frage „Warum kommt mir der Name der Sängerin nur so bekannt vor?“ im Kopf hattet: Vermutlich habt ihr auf der letzten Party noch zu „Sweet Nothing“ von Calvin Harris und Florence Welsh abgetanzt.

Wer Florence and the Machine dieses Jahr noch live sehen will, hat gute Chancen, denn sollte die Band noch so studiolahm sein, ist sie doch auf so gut wie jedem großen Festival in diesem Sommer vertreten.

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