Und plötzlich stehen 40 Frauen vor der Tür

Der Chor "Just for joy" hat dem Zahnarzt Dr. Joachim Weigel ein Überraschungsständchen gebracht.
Der Chor "Just for joy" hat dem Zahnarzt Dr. Joachim Weigel ein Überraschungsständchen gebracht.
Foto: WP
Bei unserer vorweihnachtlichen Wünsch-Dir-was-Aktion hat der Frauenchor „Just for Joy“ ein Überraschungsständchen gebracht.

Brilon/Nehden.. „Ich wünsche mir, dass mir der Chor ,Just for Joy’ ein Ständchen bringt.“ Darauf hatten sich viele Leser der WP beworben. Und die Aktion klingt ja auch eigentlich ganz einfach. Trotzdem war sie mit einigen Tücken verbunden. Und wie der Chor mit seiner Musik dann doch noch jemanden im Advent glücklich gemacht hat, das soll hier hübsch der Reihe nach erzählt werden:

Das Los fällt auf eine Dame aus Brilon. Doch die liegt in einer anderen Stadt im Krankenhaus. Schweren Herzens gibt sie ihren Wunsch-Gewinn ab, so dass erneut ausgelost werden muss. Diesmal trifft es Sigrid Weigel aus Nehden. Die fällt allerdings beim Anruf der WP-Redaktion aus allen Wolken.

„Das muss mein Mann gewesen sein, der hat sich das in meinem Namen gewünscht“, ist sie überrascht. Zumal sie auch bei „Just for Joy“ mitsingt, möchte sie sich ungern selbst ein Ständchen bringen. Doch die Redaktion findet die Idee gar nicht mal schlecht. Wenn der Herr Weigel seine Frau überraschen will, dann drehen wir den Spieß doch einfach ‘rum... Nur: Vorher nichts verraten!!!

Nichts dem Zufall überlassen

Montagabend, 19 Uhr, in der „Destillerie 1113“ in Nehden. Hier im hübschen Fachwerkhaus bei Familie Fiedler wird der Chor „Just for Joy“ heute Abend seine Weihnachtsfeier gestalten. Doch zuvor ist das Ständchen angesagt. Sigrid Weigel hat dicht gehalten. Ihr Mann, Dr. Joachim Weigel, hat seine Zahnarztpraxis pünktlich verlassen und ist jetzt mit Sohn Florian zu Hause, um den Fünf-Meter-Weihnachtsbaum schon mal zu schmücken. Etwas nervös ist Frau Weigel schon. Ob die Überraschung auch gelingt? Aber die rund 40 Sängerinnen machen ihr Mut. Auch sie freuen sich darauf, dem Gatten ihrer Mitsängerin ganz überraschenderweise ein Lied zu singen. Er hat es verdient, denn damit seine Frau überhaupt ihrem Hobby bei Proben und Konzerten frönen kann, hält er zu Hause regelmäßig die Stellung. Und insgeheim ist er großer Fan der singenden Frauen.

Chorleiter Michael Busch überlässt auch heute nichts dem Zufall. Einsingen ist angesagt. Schließlich ist der Chor eine ausgesprochen erfrischende, aber auch ehrgeizige Singgemeinschaft, die erst im Juni beim Leistungssingen des NRW-Chorverbandes ihren Titel „Meisterchor“ mit Erfolg behauptet hat. „Wir singen ,Joyfully sing’ und ,Sind die Lichter angezündet’“, gibt er als Marschroute aus. Bei der erstaunlich guten Akustik des roten Backstein-Deckengewölbes macht sich die erste wohlige Gänsehaut breit...

Jetzt geht’s zum Haus der Weigels. Ganz leise. Nur ein bisschen tuscheln. Wie der wohl guckt? Als Vorsitzende Frauke Brauer und der Mann von der WP an der Haustür klingeln und die Tür geöffnet wird, blicken beide in ein völlig überraschtes Gesicht. Nach der ersten Schrecksekunde hat Joachim Weigel die Situation erkannt. „Ich habe ja gar nichts hier für Euch. Keinen Glühwein und nichts. Wenn ich das gewusst hätte....“ Hat er eben nicht, so sollte es ja auch sein. Dr. Joachim Weigel hat sich schon seit Tagen gefragt, ob sich denn wohl niemand das Ständchen gewünscht hat, das auf dem WP-Wunschangebot stand? Denn so lange ist es ja nicht mehr hin bis Weihnachten...

Mit „Java-Jive“

Und dann singen die Frauen. Ganz beschwingt, mit viel Herzblut und einer ansteckenden Begeisterung. Das Angebot, einmal selbst zu dirigieren, lehnt der Zahnarzt dankend ab. Lieber noch den „Java-Jive“ als Zugabe. Und da kommen Joachim und Florian Weigel, der eben noch zu Hause Schlagzeug gespielt hat, sogar selbst ins Mitwippen.

Nach einer guten Viertelstunde ist der Überraschungszauber vorbei. Nicht für Joachim Weigel. Er hat sich so gefreut, möchte den Frauen gerne noch irgendwie Danke sagen. Als alle weg sind, organisiert er noch rasch Sekt und Eier. Der Chorleiter hatte was von „mitternächtlichem Eierbacken nach der Weihnachtsfeier“ erzählt. Ob’s dazu noch gekommen ist? Adventskläppchen zu und Ende!

 
 

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