Trafo-Technik aus Brilon lässt Eisenbahnen effizienter rollen

Werkleiter Sven Soetebier (2.v.l) stellt den Besuchern den neuen Bahnantriebstransformator vor, der auf das Dach der Züge montiert wird
Werkleiter Sven Soetebier (2.v.l) stellt den Besuchern den neuen Bahnantriebstransformator vor, der auf das Dach der Züge montiert wird
Foto: Jürgen Hendrichs
  • Zur Standortsicherung Belegschaft um 30 Prozent reduziert
  • Neues Geschäfsfeld mit der Bahn lässt positiv in die Zukunft blicken
  • Anlage ist auf Kapazität von 250 Transformatoren im Jahr ausgelegt

Brilon..  Mit einer neuen Fertigungslinie für Bahnantriebs-Module betritt die Firma ABB Transformatoren in Brilon im Rahmen ihrer Umstrukturierung und Standortsicherung einen neuen Marktbereich. „Die letzten 18 Monate waren eine sehr intensive Zeit“, blickte Werkleiter Sven Soetebier am Dienstag beim Besuch von SPD-MdB Dirk Wiese und weiteren Gästen aus der Kommunalpolitik auf eine schwierige Unternehmensphase zurück, die von Arbeitsplatzabbau und der Entwicklung neuer Produkte geprägt war.

Die Belegschaft am Standort in der Keffelke ist um rund 30 Prozent auf derzeit 150 reduziert worden, analog zur Anpassung der Kapazitäten auf den rückläufigen Kernbereichen Marine, Öl und Gas, sagte Soetebier.

ABB blickt dank Bahngeschäft positiv in die Zukunft

Vor allem der neue Transformator für den Schienenverkehr lässt ABB positiv in die Zukunft blicken. Bei mehreren privaten Bahngesellschaften in der Schweiz sind die neuen Transformatoren bereits eingesetzt worden. Dabei handelt es sich um rund drei Meter lange, anderthalb Meter breite und etwa drei Tonnen schwere Module, die auf dem Dach der Züge integriert werden. So habe zum Beispiel ein Zug der Schweizer Süd-Ost-Bahn mit den ABB-Transformatoren aus Brilon bei einer Fahrleistung von einer halben Millionen Kilometer eine Energieeinsparung von sieben Prozent erzielt. Sven Soetebier: „Das ist für einen Bahnbetreiber eine ganze Menge.“

Waren die Bahnantriebstransformatoren bisher Einzelanfertigen oder Kleinstserien, geht mit einem aktuellen Auftrag für den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) das Know-How aus der Keffelke erstmals in Serie. Die Flotten-Umrüstung, so Soetebier, sei „für uns ein unteressantes Thema“. Wenigstens 80 Transformatoren sollen für den VRR montiert werden.

Dazu hat das Werk eine neue Fertigungslinie eingerichtet. Durch die Auslagerung diverser Tätigkeiten nach Lodz/Polen war Platz dafür frei geworden. Die Mitarbeiter wurden in Konzeption und Aufbau des Workflows eingebunden. Die Anlage ist auf eine Kapazität von rund 250 Transformatoren im Jahr ausgelegt. Investitionsvolumen: rund 400 000 Euro.

Flexible Arbeitszeit als Baustein der Kundenorientierung

Durch interne Schulungen und Fortbildungen seien die Einsatzmöglichkeiten der Mitarbeiter erweitert worden, heißt es. Im Produktionsbereich zum Beispiel könnten jetzt rund 40 Prozent der Beschäftigten verschiedene Jobs erledigen. Und selbst aus der Verwaltung seien, „falls erforderlich“ (Soetebier), Mitarbeiter in der Lage, in Montage und Service aushelfen. Und schließlich sei auch die flexible Arbeitszeit ein Baustein der Kundenorientierung.

Bürgermeister Dr. Bartsch bezeichnete ABB als Beispiel für die Leistungsfähigkeit der südwestfälischen Wirtschaft. MdB Dirk Wiese hob die „gute Standortpolitik“ der Stadt Brilon hervor

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