Strecken sind wegen Eisbruch-Gefahr „dicht“

Die Bundesstraße 480 ist momentan gesperrt. Foto: Jochen Aue.
Die Bundesstraße 480 ist momentan gesperrt. Foto: Jochen Aue.

Altkreis. (wi) Sieben Straßen im Hochsauerlandkreis sind wegen Schnee- oder Eisbruchs immer noch gesperrt. Sechs davon liegen bei uns im Altkreis Brilon.

Auch das gestern einsetzende Tauwetter hat die Lage nicht wirklich entspannt. Laut Polizeisprecher Christian Brucherseifer waren gestern folgende Strecken nicht befahrbar:

Bundesstraße 480 (Olsberg nach Altenbüren über den Langerberg)

Landstraße 956 (Strecke zwischen Madfeld und Bleiwäsche)

Landstraße 636 von Meerhof nach Fürstenberg

Landstraße 742 von Siedlinghausen nach Rehsiepen

Kreisstraße 69 von Essentho nach Meerhof

Kreisstraße 75 von Altastenberg über das Große Bildchen in Richtung Siedlinghausen.

Streckenkontrollen

Wer legt eigentlich fest, dass eine Straße gesperrt wird? Generell gilt zunächst: Für die Bundes- und Landstraßen ist Straßen.NRW zuständig. „Unsere Streckenkontrollfahrzeuge sind ständig unterwegs, um die Straßen abzufahren. Dort, wo es geht, greifen sie schon vor Ort ein, um Behinderungen aus dem Weg zu räumen. Wir bekommen aber auch Nachrichten über den Winterdienst, die Forstämter oder die Polizei“, sagt Sprecher Rudolf Heupel.

Auf den Strecken von Madfeld nach Bleiwäsche sowie für die Route Meerhof - Fürstenberg werde die Sperrung wohl noch eine Weile andauern. Der Langerberg werde „spätestens bis zum Wochenende“ wieder frei sein, meinte Heupel. Für Siedlinghausen - Rehsiepen sah er schon für heute Abend, aber spätestens Freitag wieder „Freie Fahrt!“ Unter Schneelast ächzende Bäume einfach abholzen geht übrigens auch nicht - es sei denn, es ist unmittelbare Gefahr in Verzug. Das Fällen ist sehr gefährlich; außerdem muss geklärt sein, wem die Bäume gehören. Da sind Forstämter und auch Privatleute eingebunden.

Gegenseitige Absprache

Die Kreisstraßen fallen hingegen in den Zuständigkeitsbereich des Straßenbetriebsdienstes beim HSK. Auch hier werden die Entscheidungen gemeinschaftlich nach Absprache mit Winterdienst, Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften getroffen, die ja letztlich auch zwingend in solche verkehrliche Eingriffe eingebunden werden müssen. Kreissprecher Jürgen Uhl bringt es in puncto Absprachen und Sperrungen auf den pragmatischen Nenner: „Lebenswirklichkeit des Sauerländer Winters“ berücksichtigen. Große Probleme auf Kreisstraßenebene bereitet wohl vor allem die Strecke bei Altastenberg, wo bereits Bäume umgeknickt sind.

Manche - vielfach ortskundige - Autofahrer schlagen die Warnungen offenbar einfach in den Wind und befahren die Strecken trotz Verbots: Christian Brucherseifer: „Das ist ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung und kann von der Ordnungswidrigkeit bis zur Anzeige enden. Ganz zu schweigen, was mit dem Versicherungsschutz ist, wenn wirklich auf gesperrten Strecken etwas passiert.“

 
 

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