Startschuss für Winterberger Kurpark-Projekt

Ralf Hermann
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Winterberg. Es war sein letzter Auftritt nach über 30 Jahren am Donnerstagvormittag. Und so recht erwärmen konnte er sich an dieser Veranstaltung im wahrsten Sinne des Wortes nicht. Schließlich ging es um sein Ende. Also gab er sich kalt und ungemütlich, der alte Kursaal bei der Pressekonferenz.

Der alte Kursaal wird nämlich das ab sofort den Namen „Oversum Vitalresort Winterberg" tragen. Bevor das „Schmuckstück" längst vergangener Zeiten noch einmal Schauplatz einer Veranstaltung wurde, war es an Bürgermeister Werner Eickler sowie Wolfram Wäscher, dem Geschäftsführer das s.a.b. Gruppe aus Friedrichshafen als Investor, mit der Enthüllung des recht großen Bauschildes den am Donnerstag lediglich im Kleinformat vorhandenen Abriss-Baggern symbolisch grünes Licht zu geben. Auch wurde damit eine neunjährige, manchmal nicht einfache Planungsphase, endgültig beendet. Und unter der Abdeck-Plane schlummerte der neue Name des, wie Werner Eickler betonte, „wichtigsten Investitionsprojektes der Stadt Winterberg".

Arbeitstitel ist Geschichte

Der bisherige Arbeitstitel „aquasphere" ist Geschichte, das „Oversum Vitalresort Winterberg" soll die Zukunft sein und möglichst in 24 Monaten die Angebote in den Bereichen, Freizeit, Sport, Gesundheit, Wellness und Kultur bündeln. Der Name „Oversum" setzt sich zusammen aus den Wörtern Ovum für Ei und Universum. Das „Ei" gibt den entscheidenden Hinweis auf die ungewöhnliche Form des Hotel- und Gastronomiekomplexes, der mit seiner Holzfassade sicher das optische Zentrum der gesamten Anlage sein wird. Wer in diesem Blickfang einen Tannenzapfen erkennen will, liegt auch nicht ganz falsch. Das „Universum" soll hingegen die Vielfalt der Angebote widerspiegeln.

35 Millionen Euro werden in den kommenden zwei Jahren in den neuen Gebäudekomplex mit Sport- und Familienbad, Fitnesszentrum, Sauna- und Wellnessbereich, Vier-Sterne-plus-Hotel inklusive Gastronomie sowie Stadthalle, Tourist-Info und Arztpraxis investiert. 4,5 Millionen Euro kommen aus der Stadtkasse. Diese Summe wurde in den vergangenen Jahren durch den Sonderhieb des städtischen Forstbetriebs in einer Rücklage angespart. 700 000 Euro wird die Stadt jährlich für Betriebskosten bezahlen.

„Dieses Projekt ist alternativlos", sagt der Bürgermeister mit Blick auf die Summen, die die Sanierung der dezentralen gelegenen fünf Bäder, der Eissporthalle, des Kurmittelhauses und der Stadthalle gekostet hätten. 15 Millionen Euro, so die Gutachten, hätte die Stadt bezahlt, um den vorhandenen Standard zu erhalten. Wolfram Wäscher betonte die Synergie-Effekte dieses Projekts. „Die Stadt benötigt die Stadthalle nur an 30 Tagen, also zahlt sie sie auch nur an 30 Tagen", gab er ein Beispiel.

Eröffnung im März 2012

Mit der geplanten Eröffnung im März 2012 soll Gästen und der heimischen Bevölkerung ein zentrales und qualitativ hochwertiges Angebot unterbreitet werden. Für Tourismus-Direktor Michael Beckmann ist es darüber hinaus nicht nur ein Vorzeige-Projekt, das mit seinen Alleinstellungs-Merkmalen weit über die Region hinaus strahle.

Vielmehr sei es auch ein großer Schritt dahin, sich auf dem wachsenden und hart umkämpften Markt des Gesundheits-Tourismus zu etablieren. „Die ganze Branche sucht im Gesundheits-Tourismus zurzeit ein schlüssiges Rezept. Wir haben den richtigen Weg gefunden. Dieses einzigartige Projekt bringt uns weit nach vorne und macht uns allen viel Spaß", sprach er offensichtlich allen Verantwortlichen auf dem Podium aus der Seele.