SPD sieht Chancen zum Erhalt des Waldfreibades

Ralf Hermann

Winterberg.  Die Winterberger SPD hält den Erhalt des Waldfreibades am Buchenweg für möglich. Den Vorwurf der CDU, sie betreibe Wählertäuschung, wenn sie nicht bald ein schlüssiges Finanzierungskonzept vorlege (wir berichteten), weist die SPD zurück. Die Sozialdemokraten der Kernstadt betonen vielmehr, dass sie mit der in sozialen Netzwerken veröffentlichten Forderung, das Freibad zu erhalten, schlicht den an sie herangetragenen Bürgerwunsch verfolgen.

Mittlerweile erhält die Diskussion noch eine weitere Dimension. SPD-Ratsmitglied Torben Firley hat eine sogenannte offene Petition zum Erhalt des Waldfreibades und Stopp der Abbruchpläne ins Internet gestellt. Stand gestern, 18.30 Uhr, haben sich bereits 437 Befürworter angeschlossen.

Die vom Rat der Stadt Winterberg in Zusammenhang mit dem Kurpark-Projekt Oversum beschlossenen Maßnahmen (Abbruch von Eissporthalle/Kurzentrum, Hallen- und Freibad sowie Stadthalle) seien bei den Bürgerinnen und Bürgern der Kernstadt stets mit einer gewissen Skepsis betrachtet worden, betont die SPD auf Nachfrage der WP in ihrer Mitteilung. Im Kommunalwahlkampf seien die SPD-Kandidaten der Kernstadt immer wieder auf das geschlossene Waldfreibad angesprochen worden. Den geäußerten Wunsch, das Freibad mit dem Alleinstellungsmerkmal eines 50-Meter-Beckens zu erhalten, habe man gerne aufgenommen, ohne es in das Wahlprogramm zu schreiben.

PPP-Modell für SPD gescheitert

Für die SPD ist das seit 2004 verfolgte und umgesetzte PPP-Modell Oversum seit der Übernahme des Hallenbades im April durch die Winterberger Touristik gescheitert. Betriebs- und Personalkosten trage die Stadt, auch wenn sie im Hochsommer ein Hallenbad betreibe. „Dieser Umstand eröffnet auch neue Möglichkeiten. So sollte meiner Meinung nach die Entscheidung, das Freibad zu schließen, nochmals geprüft werden. Die SPD-Ratskollegen der Kernstadt sehen dies genauso. Genau an dieser Aussage, welche in sozialen Netzwerken verbreitet wurde, sehen wir keine Wählertäuschung“, so Torben Firley. Auch Zahlen nennt die SPD. So habe das Defizit im Jahr 2011 für Hallenbad und Freibad 142 000 Euro betragen bei Personalkosten von 152 000 Euro. Die Pacht, die die Stadt an die Knappschaft leisten musste, habe 2040,82 Euro pro Jahr betragen. Dies müsste zu leisten sein, so die SPD, die darauf hinweist, dass Hallenbad und Freibad getrennte Wasserkreisläufe haben und das Becken sowie die anderen Anlagen des Freibades in ordentlichem Zustand seien. Allerdings, müsse nach dem Abriss des alten Hallenbades eine neue Heizung her.

Keine Konkurrenz

Vor dem Hintergrund des Fremdenverkehrsbeitrages sowie Einnahmen aus Kurbeiträgen und Kurorthilfe mit dann zusammen rund zwei Millionen Euro ist sich die SPD in ihrer Antwort sicher, „dass wir das Freibad am Fichtenweg wieder in Betrieb nehmen können, wenn wir es wollen“. Zudem habe es durch die WP-Berichterstattung Rückmeldungen von Bürgern und Investoren gegeben, die ihre Unterstützung angeboten haben, heißt es weiter. Eine Konkurrenz des Freibades zum Hillebachsee und zum Freibad in Siedlinghausen sieht die SPD nicht.