Schulzweckverband lehnt „G9 neu“ ab

Die Schulzweckverbandsversammlung des Gymnasiums Winterberg-Medebach hat getagt.
Die Schulzweckverbandsversammlung des Gymnasiums Winterberg-Medebach hat getagt.

Winterberg/Medebach.. Nach Diskussionen über das Für und Wider hat die Schulzweckverbandsversammlung des Gymnasiums Winterberg-Medebach nun entschieden, keinen Antrag auf das Abitur nach 13 Jahren zu stellen.

Es gab eine einmalige Wahlmöglichkeit bei dem in 2006 eingeführten G8-System zu verbleiben, das heißt, das Abitur nach 12 Jahren zu erwerben oder an einem zeitlich begrenzten Versuchsmodell „G 9 neu“ teilzunehmen. „G 9 neu“ wäre allerdings keine Rückkehr zum alten Abitur nach 13 Jahren gewesen.

Unmut und Unverständnis, nicht nur im Schulzweckverband sondern auch in den Stadträten in Winterberg und Medebach, als auch in der Lehrer- und Schulkonferenz, entfachte , weil es keine klaren Entscheidungsgrundlagen gab. Einerseits fehlten Informationen, ob es beim bestehenden System G8 entlastende Veränderungen geben soll. Und wenn ja welche? Andererseits ließ „G9 neu“ klare Aussagen vermissen, wie es konkret aussehen soll. Unterschiedliche Meinungsbilder waren also vor-programmiert.

Insel-Lösung vermieden

So entschied sich dann auch die Lehrerkonferenz knapp für G9, die Schulkonferenz knapp für G 8 und der Winterberger Rat in einer geheimen Abstimmung mit 17 zu 10 Stimmen für G8. Auch die politischen Vertreter der Stadt Medebach tendierten zum Schluss dazu, bei G8 zu verbleiben.

So wurde für den Schulzweckverband die Entscheidung doch ein wenig leichter, bei G8 zu verbleiben, zumal man so eine „Insel-Lösung“ vermeidet, denn kein Gymnasium im Hochsauerlandkreis wagt den G9-Versuch.

Kritisch sahen insoweit alle Beteiligten, dass die Landesregierung NRW zwar den Kommunen im Rahmen der Eigenverantwortung die Entscheidung übertragen hat. Andererseits werden die Städte aber aufgrund der unklaren Faktenlage in ihrer Entscheidungsverantwortung „ziemlich alleine“ gelassen.

Beim Austausch der Argumente stand letztendlich gar nicht mehr so sehr im Vordergrund, ob G8 oder „G9 neu“ nun erstrebenswert ist. Der Schulzweckverband war vielmehr übereinstimmend der Meinung, dass den Schülern am Gymnasium der arg gewachsene Druck genommen werden müsse, da G8 doch zu einer Überforderung der Schüler geführt habe.

Schüler entlasten

Darum wurde im zweiten Teil des Doppelbeschlusses eingefordert, dass es zu Verbesserungen bei G8 für die Schüler kommen muss. Ein Beibehalten des Systems dürfe es nicht geben. Die Landesregierung müsse dringend an der Entlastung der Schüler arbeiten. Hierzu gehören die flexiblere und individuellere Nutzung der Förderstunden bei G8 und die Entfrachtung der Lehrpläne ohne Qualitätseinbußen zum Beispiel.

 
 

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