Schnelle Heilung durch neue Methode bei Hüft-OPs

Dr. Christoph Konermann, Chefarzt Chirurgie am St. Franziskus-Hospital, untersucht die Naht nach der Operation.
Dr. Christoph Konermann, Chefarzt Chirurgie am St. Franziskus-Hospital, untersucht die Naht nach der Operation.
Foto: WP
Im Winterberger St.-Franziskus-Hospital wird die Hüft-Operation nach der neuen AMIS-Methode durchgeführt. Chefarzt Dr. Konermann hat damit sehr gute Erfahrungen gemacht.

Winterberg..  Die Hüftoperation von vorne nach der AMIS-Methode wird bereits seit vielen Jahren in der international renommierten Universitätsklinik in Zürich durchgeführt. Internationale Spezialisten haben seit Jahren viele tausend Patienten erfolgreich operiert. Mittlerweile erkennen auch in Österreich und Deutschland zunehmend mehr Hüftchirurgen die Vorteile dieses Operationsverfahrens.

Chefarzt Dr. Christoph Konermann, der seit 2012 am Winterberger Krankenhaus operiert, hat bereits eine Vielzahl an Patienten aus dem Sauerland und vielen anderen Teilen Deutschlands und sogar dem Ausland behandeln können. Er erklärt er die Vorteile der AMIS-Methode. „AMIS steht für „Anterior Minimally Invasive Surgery“ und beschreibt den optimal muskelschonenden Zugangsweg zum Hüftgelenk von vorne bei der Operation des künstlichen Hüftgelenkes. Statt einer üblicherweise ca. 20 cm langen Naht benötigen wir bei der neuen OP-Technik nur 5 – 8 cm. Da bei der AMIS-Hüftoperation zwischen zwei Muskelgruppen und zwischen zwei Nervengebieten zum Hüftgelenk eingegangen wird, müssen keine Muskeln eingeschnitten oder durchtrennt werden, wie es bei allen anderen Operationsmethoden der Fall wäre. So verläuft die Heilung schneller und der Patient hat weniger Schmerzen.“

Der wesentliche Vorteil beim direkten vorderen Zugang sei die Reduktion des Muskeltraumas. Es würden weder Muskeln quer durchtrennt noch Muskelansätze am Knochen abgetrennt. Der Erhalt der Hüftmuskeln solle eine sofortige Hüftstabilität gewährleisten.

Sport schon nach wenigen Wochen

Laut Dr. Konermann dürfen die Patienten schon am ersten Tag nach der Hüftoperation aufstehen und sie dürfen auf der Seite liegen. Körperpflege und Essen sind bereits am ersten Tag nach der OP im Badezimmer bzw. Sitzen am Tisch erlaubt. „Die Patienten sind viel schneller wieder mobil und können das Krankenhaus nach wenigen Tagen verlassen. Sportarten wie z.B. Wandern, Golfen, Radfahren, Tennis usw. sind nach sechs bis acht Wochen schon möglich.“

Meist klagten ältere Menschen über zunehmende Schmerzen in der Leiste, Ausstrahlung ins gleichseitige Knie, Schmerzen an der Hüfte, Hinken, Gangunsicherheit, quälende Nachtschmerzen und Einschränkung der Geh- und Stehausdauer, so der Chefarzt weiter. Das seien alles Zeichen der Hüftgelenksabnutzung, der so genannten Hüftarthrose. Aber auch junge, aktive, berufstätige Menschen, oder Sportler, benötigten oftmals ein künstliches Hüftgelenk. Immer öfter sei dies die einzige Möglichkeit, um den Berufsalltag oder Sport wieder schmerzfrei und voll beweglich durchführen zu können. Bei den üblichen OP-Verfahren verbringe der Patient nach dem Einbau des neuen Hüftgelenks mehrere Wochen im Krankenhaus. Mit der AMIS-Methode betrage die Verweildauer in der Regel nur wenige Tage.

Auf Eingriff vorbereitet

„Erst in den letzten Tagen hatte ich wieder einen Patienten, übrigens selbst niedergelassener Facharzt für Orthopädie in Horn-Bad Meinberg, der bereits nach zwei Tagen unser Krankenhaus verlassen konnte. Allerdings muss ich dazu sagen, dass sich der Patient mittels Muskeltraining und Physiotherapie bereits vor der OP intensiv auf den Eingriff vorbereitet hat. Dass er nach zwei Tagen beschwerdefrei nach Hause entlassen werden konnte ist schon sehr schnell. Aber 5 – 8 Tage ist nicht unüblich bei der AMIS-Hüfte. Die Reha beginnt schon am Tag der Operation“, so Dr. Konermann.

 
 

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