Schließung ohne Not

Schulpolitik. Dass die Sekundarstufe Siedlinghausen von einer kleinen Hauptschule mit circa 120 Schülern und 6 Lehrern im Jahr 1968 über die Ganztagsschule 1989 mit circa 250 Schüler bis zur Verbundschule Winterberg-Siedlinghausen heute mit circa 500 Schülern sich so entwickeln konnte, muss gute Gründe haben.


Zum einen ist sicher die engagierte pädagogische Arbeit der Lehrer zu nennen. Zum andern trägt aber auch die Infrastruktur ihren Teil bei, die ideale Kombination von pädagogischen, schulorganisatorischen und schulsportlichen Möglichkeiten für eine moderne Erziehungs- und Bildungsarbeit. Für das Schul-und Sportzentrum Siedlinghausen leisten sowohl die Schulträger (früher Amt Bigge und Gemeinde Siedlinghausen, heute Stadt Winterberg) wie auch die Siedlinghauser Vereine wichtige Beiträge.


Aus guter Erfahrung haben sich die ehemaligen Lehrer entschlossen, einen offenen Brief zur möglichen Schließung des Schulstandorts Siedlinghausen zu schreiben. Die aktiven Lehrer haben wir bewusst nicht angesprochen, weil sie als befangen gelten können. Kurz gefasst die Gründe für den Schulstandort Siedlinghausen:

1. Das Schul- und Sportzentrum in Siedlinghausen bietet ideale Voraussetzungen für eine differenzierte pädagogische Arbeit;

2. Der Schulstandort Siedlinghausen ist großzügig und weitläufig angelegt. Er bietet eine ruhige und entspannte Lernatmosphäre ohne Enge und ständigen Verkehrslärm;

3. Die Ganztagshauptschule Siedlinghausen erhielt von 2005 bis 2012 dreimal das Zertifikat „Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit“ und einmal wurde das Berufswahlsiegel „Schule mit vorbildlicher Berufsorientierung“ verliehen;

4. Der Schulstandort Siedlinghausen ist attraktiv für Schüler der Nachbarstädte, wie die Anmeldezahlen belegen. Die Stadt Winterberg gewinnt dadurch einen hohen Zuschuss aus dem Schüleransatz, der beim Wegbleiben dieser Schüler verloren ginge;

5. Der Schulstandort Siedlinghausen ist verkehrsgünstig aus allen Richtungen zu erreichen und verfügt über eine eigene Bushaltestelle;

6. Das Schulgebäude Siedlinghausen kann bei Standortaufgabe kaum sinnvoll genutzt werden, während der Standort Winterberg – im Stadtzentrum gelegen – wirtschaftlich wertvoll ist. Somit auch aus finanzieller Sicht ein „guter Grund“ für den Standort Siedlinghausen!

7. Jede Stadt kämpft heute aus guten Gründen um jeden Schüler. Je mehr Schüler, desto höher der Schüleransatz, desto mehr Lehrer und damit mehr Anteile aus der Einkommensteuer, desto mehr Gehälter für den allgemeinen Konsum, desto attraktiver für potenzielle Investoren! (Man möge einmal nachzählen, wie viele Häuser allein in Siedlinghausen von Lehrern gebaut/gekauft wurden!)

Die Reihe ließe sich fortsetzen. Es reicht für die Frage: Warum setzt man all das ohne Not aufs Spiel?
Franz Mickus, Winterberg, Bernd Loffing, Winterberg, Willy Judith, Walburga Hanfland, Ulrich Brings, Winterberg, Rita Dollberg, Friedhelm Schumacher (ehemalige Lehrer und Rektoren)

 
 

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