Schimmel in Unterkunft für Flüchtlinge

In einem der Badezimmer in der Flüchtlingsunterkunft in Wiemeringhausen ist der Schimmelbefall am schlimmsten.
In einem der Badezimmer in der Flüchtlingsunterkunft in Wiemeringhausen ist der Schimmelbefall am schlimmsten.
Foto: WP
In einer Flüchtlings-Unterkunft in Wiemeringhausen macht sich Schimmel breit. Eine Lösung ist aber in Sicht.

Wiemeringhausen..  Die Flüchtlinge aus Syrien sind vernetzt - über Facebook und Whats App halten sie Kontakt. Auch der 22 Jahre alte Babelli Muhammed. Er ist aus Syrien geflohen, als die Soldaten ihn für den Kriegsdienst einziehen wollen. Nach sechs Stationen landet er im vergangenen Dezember in der Flüchtlingsunterkunft in Wiemeringhausen. In seinem Zimmer schimmelt es in der Ecke über dem Bett. „Jede Nacht wache ich auf und öffne die Fenster. Die Luft ist nicht gut. Ich habe Angst um meine Gesundheit“, beschreibt Muhammed die Situation auf Englisch. Deutsch lernt er zurzeit im VHS-Kurs.

Den schlechten Zustand des Hauses will er nicht hinnehmen. Er erfährt über Facebook von Uli Baab, einer engagierten Frau aus Bayern. Sie hat schon anderen Flüchtlingen aus Syrien geholfen. Er schickt ihr Fotos vom Schimmel in den Ecken und ein Video vom Wasser, das in einer Küche und einem Badezimmer aus der Decke tropft. Baab wendet sich per Facebook an unsere Zeitung.

Schimmelgeruch in der Luft

Beim Gang durch das Haus sind die Probleme offenkundig: Der muffige Geruch von Schimmel liegt in der Luft, in dem Badezimmer mit der vormals roten Decke ist er am schlimmsten. An vielen Zimmerdecken sind braune Wasserflecken und teils tiefe Risse zu sehen.

„Das Haus ist nicht gut für uns. Das ist unser Leben. Wir sind auch Menschen“, sagt Christopher Emoabino auf Englisch. Der 25-jährige Koch ist aus Nigeria geflohen und lebt seit sieben Monaten in der Unterkunft in Wiemeringhausen. Erst vor zwei Monaten habe sich der Zustand des Hauses verschlechtert.

Anfang Dezember sei die Toilette übergelaufen, repariert wurde laut den Flüchtlingen nichts. Der zuständige Hausmeister habe sie vertröstet. Stattdessen nutzen die neun Männer nun die zwei anderen Toiletten. Auch die Waschmaschine müsse aus bleiben. „Es passiert nichts. Wir wollen hier raus“, sagt Babelli Muhammed.

Olsbergs Bürgermeister Wolfgang Fischer steht im Kontakt zu dem Hausmeister, ihm ist das Problem in dem Haus bekannt. „Es hat einen Wasserschaden gegeben. Unhaltbare Zustände gehen nicht“, sagt Fischer auf Anfrage der WP. Die Konsequenz: Das Haus wird dauerhaft geräumt und soll nicht länger als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt werden. Die Stadt ist bereits aktiv geworden. Mitarbeiter der Stadt haben zwei neue Wohnungen gefunden - diese werden derzeit für die Flüchtlinge hergerichtet. „Ich hoffe, dass der Umzug der Flüchtlinge bis Ende der Woche gelingt“, sagt Fischer.

Dezentrale Unterbringung

91 Flüchtlinge und Asylbewerber leben derzeit in 27 von der Stadt angemieteten Wohnungen oder Häusern im Stadtgebiet Olsberg. Diese dezentrale Unterbringung ist gewollt - laut Bürgermeister Fischer habe es den großen Vorteil, ethnische Gruppe getrennt voneinander unterzubringen und so das Konfliktpotenzial aufgrund von Religionen oder Kulturen zu verringern. „Das ist die beste Lösung und dafür werden wir auch von verschiedenen Seiten gelobt.“

Es gibt aber auch Nachteile: Es sei deutlich aufwändiger, die große Anzahl von Quartieren zu kontrollieren und in Schuss zu halten. „Unsere Mitarbeiter leisten ein immenses Pensum.“ Auch neue Quartiere zu finden sei angesichts des Wohnungsmarktes nicht einfach.

In diesem Fall hat es geklappt. Die neun Flüchtlinge freuen sich über die Entwicklung. „Das sind gute Nachrichten. Dankeschön“, sagt Babelli Muhammed , als er die Neuigkeiten erfährt. Seine Erleichterung ist durchs Telefon zu hören.

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