Schautafeln informieren über die Saurier von Nehden

Ortsvorsteher Günter Schmies (2. v.r.) bedankte sich bei den Stiftern der neuen Schautafeln an der Nehdener Saurierfundstelle. (v.l.) Norbert Panek, Winfried Dickel und Rüdiger Strenger
Ortsvorsteher Günter Schmies (2. v.r.) bedankte sich bei den Stiftern der neuen Schautafeln an der Nehdener Saurierfundstelle. (v.l.) Norbert Panek, Winfried Dickel und Rüdiger Strenger
Foto: WP
Sponsoren stiften die neuen Hinweise aus Anlass der 900-Jahr-Feier des Dorfes-

Nehden..  Passend zum 900. Geburtstag von Nehden konnte die Übergabe der neuen Schautafeln an Ortsvorsteher Günter Schmies erfolgen. Winfried Dickel vom Heimatbund Semper Idem freute sich, dass nun eine ausführliche Informationsquelle aufklärt über „Nehdens ältesten Einwohner”.

Sowohl an der Fundstelle im alten Steinbruch Henke, als auch in der Dorfmitte wird nun auf die geologischen Besonderheiten des Ortes hingewiesen. Einmal mehr hob er den Stellenwert der Briloner Dörfer hervor: „Brilon ist nichts ohne seine Dörfer, denn unser Museum Haus Hövener am Briloner Marktplatz lebt auch von seinen Außenstellen”. Die Fundstelle bei Nehden gehört zum 3700 Quadratkilometer großen Geopark Grenzwelten, der sich bundesländerübergreifend auf die Fläche des Altkreises Brilon, den Kreis Korbach-Frankenberg, das Wolfhagener Land, den Burgwald und Teile des Ederberglandes erstreckt.

Tag des Geotops

„Brilon Natürlich bietet auch Exkursionen zur Saurierfundstelle in Nehden an”, erinnert BWT-Geschäftsführer Rüdiger Strenger. „Durch die neuen Tafeln wird Besuchern sowohl Geologie als auch Geschichte leicht gemacht. Die Tafeln sind übrigens alle im gleichen Design gehalten wie auch die Wanderhinweise.” Gleichzeitig wies er darauf hin, dass es im Haus Hövener Führungen und Literatur zum Thema Saurier gibt, für Schulklassen auch museumspädagogische Programme.

„Glauben Sie bitte nicht, dass der in Nehden gefundene Iguanodon den im Raum Korbach lebenden Kleinsaurier (den sogenannten Korbacher Dackel) hätte treffen können”, klärt Norbert Panek vom Korbacher Geopark-Büro auf.

Die Saurier aus Korbach sind viel älter und lebten vor etwa 250 Millionen Jahren, während der Nehdener Dino aus der Kreidezeit stammt. Übrigens war der Iguanodon ein reiner Vegetarier, wog bis 2,5 Tonnen und erreichte eine Länge bis zu 10 Metern. Die Ausgrabungen bei Nehden wurden Ende der 70-er Jahre auf Eis gelegt, das heißt, dass im Boden immer noch Knochenfunde auf spätere Generationen von Geologen warten. Die Fundstelle wurde mit reichlich Erdreich aufgefüllt, damit alle Knochen erhalten bleiben können. Derzeit sind keine weiteren Grabungen anberaumt.

Insgesamt wurden von 15 bis 20 Individuen Knochenfunde im Nehdener Steinbruch verzeichnet. Was die Fundstelle aber auf der ganzen Welt einmalig macht, ist die Tatsache, dass hier Überreste von Jungtieren gefunden wurden.

Interessierte sollten sich den Tag des Geotops am 15. September merken. Um 11 und 15 Uhr führt Museumsleiterin Sabine Volmer zur Fundstelle in Brilon-Nehden. Diese Führungen dauern etwa 1,5 Stunden. Treffpunkt ist der Parkplatz neben dem Nehdener Friedhof.

 
 

EURE FAVORITEN