Rösenbecker Opfer bleibt nach Hammerschlag Pflegefall

Boris Schopper
Mit einem Sigel sperrte die Polizei den Tatort.
Mit einem Sigel sperrte die Polizei den Tatort.
Foto: WP
Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den 39 Jahre alten Mann erhoben, der seine Ehefrau (49) in Rösenbeck mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen haben soll.

Rösenbeck.  . Oberstaatsanwalt Klaus Neulken klagt den in Untersuchungshaft sitzenden Mann wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung an.

Das Opfer, eine ehemalige Altenpflegerin, wird für den Rest ihres Lebens schwer behindert sein. „Die Frau ist ein Pflegefall. Mit ihr ist keine Kommunikation mehr möglich“, sagte Daniel Pauland, Sprecher des Landgerichts Arnsberg auf Anfrage der Westfalenpost. Die Anklageschrift sei vor einigen Tagen an den Verteidiger des Beschuldigten übermittelt worden. Ein Termin für die Hauptverhandlung steht noch nicht fest. Sie wird vermutlich im August oder Anfang September eröffnet. Im September endet die Obergrenze der Untersuchungshaft, die in der Regel sechs Monate nicht überschreiten darf. Da die zuständige Strafkammer derzeit mit vielen Haftsachen befasst ist, scheint ein früherer Termin für den Prozess nicht möglich.

Das Ehedrama hatte sich am 8. März in der ehemaligen gemeinsamen Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Rösenbeck abgespielt. Im Streit soll der 49-Jährige mit einem Hammer auf den Kopf seiner Frau eingeschlagen haben. Sie erlitt eine Schädelfraktur. Ein Rettungshubschrauber flog sie in eine Klinik, wo die operiert wurde. Das Leben konnten die Ärzte der Frau zwar retten, ihre Gesundheit verlor sie indessen für immer.

Nachbarn alarmierten die Polizei

Ein Nachbar hatte am Nachmittag der brutalen Tat Hilferufe aus der Wohnung im obersten Stockwerk gehört und die Polizei gerufen. Der Tatverdächtige war beim Eintreffen der Beamten über den Balkon geflüchtet. Er wurde aber in unmittelbarer Nähe des Tatortes gefasst. Das Ehepaar lebte seit zwei Jahren in Rösenbeck, hatte sich aber rund zwei Monate vor der mutmaßlichen Tat getrennt. Es war nicht das erste Mal, dass die Polizei wegen eines Konfliktes in das Haus unweit der Vogelstange ausgerückt war. Bereits im Januar hatte es einen Streit mit Gewaltausbruch gegeben. Auch damals hatten Nachbarn die Polizei gerufen, die den Mann aus der Wohnung verwies und ein zehntägiges Rückkehrverbot aussprach. Zwei Monate später kam es zu der folgenschweren Tat.

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