Rat Olsberg verabschiedet Stellungnahme zur Windkraft

Joachim Aue
Die  Menschen im Hochsauerland befürchten eine gewaltige nachteilige Veränderung ihrer Heimat.
Die Menschen im Hochsauerland befürchten eine gewaltige nachteilige Veränderung ihrer Heimat.
Foto: WP
Die Stadt Olsberg kann mit den ihr durch die Regionalplanung zugedachten Flächen im Großen und Ganzen leben. Allerding gibt es scharfe Kritik am Vorgehen.

Olsberg.  Einstimmig hat der Rat der Stadt Olsberg in einer Sondersitzung die Stellungnahme zur weiteren Windenergie-Planung auf Regionalratsebene verabschiedet. Tenor: Die Stadt Olsberg könne mit den ihr zugedachten Flächen leben, für das Hochsauerland insgesamt sehe es weniger gut aus.

Bereits in den beiden vergangenen Jahren hatte die Stadt Olsberg eine Potentialflächenanalyse, wo vielleicht Windkrafträder stehen könnten, erstellen lassen. Aufgrund der Recherchen des Planungsbüros Wolters & Partner aus Coesfeld, hatten sich Flächen in Antfeld, am Heidkopf Süd, im den Bereichen von West-helle/Scheltenberg und Mannstein sowie am Ochsenkreuz herauskristallisiert. Im August dieses Jahres legte die Bezirksregierung dann ihre Pläne offen, mit der Bitte an die Kommunen um Stellungnahme innerhalb von vier Monaten.

Wenn es nach den Plänen aus Arnsberg geht, kommt die Stadt Olsberg eigentlich ganz gut weg. Hatte die Stadt ursprünglich 651 Hektar als mögliche Vorrangflächen ins Auge gefasst, so bleiben im Regionalplanentwurf die Flächen in Antfeld und am Heidkopf/Süd komplett außen vor.

Teilweise deckungsgleiche Vorschläge

Die Flächen Westhelle/Scheltenberg und das Areal Mannstein sind dagegen fast deckungsgleich mit den Vorschlägen des Planungsbüros. Der Bereich am Ochsenkreuz fällt kleiner aus.

Dazu kommen jetzt laut Regionalplan Flächen am Sperrenberg und „Am Löh“ an der Grenze zu Heringhausen, die zunächst im Flächennutzungsplan-Vorentwurf der Stadt Olsberg nicht vorgesehen waren. Abweichend von seinen bisherigen Plänen, stellt der Rat der Stadt in seiner Stellungnahme die Flächen am Scheltenberg grundsätzlich in Frage.

Die Hintergründe für diese diversen Änderungen sind verschieden, so die Vorlage der Verwaltung und nicht immer spielt die geschätzte Windhöffigkeit eine Rolle. Es kann auch ein Naturschutzgebiet, eine Wasserschutzzone, ein Bau- oder Naturdenkmal (z.B. Bruchhauser Steine) sein, was zur Reduzierung oder gar zum kompletten Wegfall geführt hat.

Über die übrig gebliebene Fläche von rund 340 Hektar tauschten die Ratsmitglieder ihre Argumente aus. Allerdings war man sich weitgehend einig und selbst Bündnis 90 /Grüne konnten sich mit dem Ratsbeschluss anfreunden. Auch wenn sie noch einmal die Wichtigkeit der Energiewende deutlich machten.

Energiewende notwendig

Zum Auftakt der Debatte ging Bürgermeister Fischer noch einmal auf die Windkraftpläne der Landesregierung und wesentliche Punkte der Regionalplanung ein. Der Kritik aus den Verbänden und vor allem auch der Bevölkerung sei zu entnehmen, dass hier Minister Remmel und damit Rot/Grün in Düsseldorf mit massivem Widerstand rechnen müsse. Allein schon die Tatsache, dass der Bürger nicht mit ins Boot genommen werde, gebe zu denken.

Zahlreiche Zuhörer bei Sitzung

Und wenn der Hochsauerlandkreis mit 8900 Hektar fast die Hälfte der verordneten Windenergieflächen in Südwestfalen aufbringen müsse, könne man getrost von einem Flächendiktat sprechen. Fischer: „Die verpflichtende Ausweisung von Vorranggebieten für Windräder grenzt schon ein wenig an Diktatur. Trotz aller Widerstände verlangt Minister Remmel eine offensive Windkraftplanung. Hier werden, nein hier müssen wir dem Minister und der Landesregierung die Stirn bieten.“

Mitstreiter dürfte Fischer in Olsberg genug haben, wie in einer Beratungspause auf den Gängen zu hören war. Sicher waren da auch einige Zuhörer auf der wieder voll besetzten Zuschauertribüne vertreten, die in Windkraft investieren möchten. In seiner kurzen Ansprache kritisierte der Bürgermeister auch, dass heute der Wald, der von der Landesregierung einst als sensibles Ökosystem eingestuft wurde, für Windkraft jetzt in alle Richtungen geöffnet werde. Wo doch der Wald gerade in der hiesigen Region von so großer Bedeutung sei.