Per Smartphone durch die Stadtgeschichte

Brilon..  „Zukunftsfähig sein“ nennt Winfried Dickel das Ziel des Briloner Heimatbundes Semper Idem. „Und genau das sind wir auch,“ betont er.- Eine zukunftsweisende Modernisierung wurde jetzt ganz aktuell vorgenommen: Auf den blauen Info-Tafeln des Geschichtsrundgangs durch die Kernstadt sind ab QR-Codes angebracht. Die erlauben Interessierten per Scan mit dem Smartphone einen sofortigen Zugriff auf die zugehörigen Artikel in der Wikipedia.

Der Briloner Siegfried Wendel zeichnet sich verantwortlich für die Artikel. Er ist ehrenamtlicher Mitarbeiter bei der Wikipedia und verbringt täglich zwei bis drei Stunden mit dem Erstellen und Korrigieren von Einträgen: „Da muss man natürlich Spaß dran haben und die Nerven, das auszuhalten.“

Denn immer wieder würden „Spaßvögel“ (Wendel) Artikel mit falschen Informationen füttern. Doch aufgrund der ständigen Kontrollen sei die Wikipedia zuverlässig.

Mittel aus dem Leader-Topf

Das von der Sparkasse Hochsauerland mitfinanzierte Leader-Projekt zu diesem „Altstadtrundgang“ wurde im vergangenen Jahr von Semper Idem ins Leben gerufen.

Für die technische Umsetzung der nun neu hinzugekommen QR-Codes sorgt der Geschichtsstudent Carsten Schlömer, derzeit Praktikant im Haus Hövener.

Auch dort ist Siegfried Wendel ehrenamtlich tätig. Er unterstreicht die herausragende Qualität der verknüpften Artikel. So sei etwa der Eintrag zur Propsteikirche mit „lesenswert“ ausgezeichnet und die Liste der Briloner Bürgermeister, die bis ins 14. Jahrhundert zurückgeht, als „informativ“ bewertet worden.

Geht man durch die Stadt, habe man nun alle Informationen zu den Kirchen, zum Petrus-Kump, zum Rathaus, zur Stadtbefestigung und zu vielem mehr „wie in einem aufgeschlagenen Geschichtsbuch“ vor sich.

Auch Ortsteile berücksichtigt

In jedem Briloner Ortsteil habe die jeweilige Kirche bereits ihren eigenen Artikel. Die Zusammengehörigkeit von Brilon und seinem Umfeld, möchte Wendel noch einmal extra hervorheben: „Brilon ist ohne die Dörfer nichts und umgekehrt.“ Auch im Haus Hövener werden nun nach und nach QR-Codes angebracht, um es langfristig noch stärker interaktiv zu vernetzen, so Dickel.

Dieser Neuerung komme eine ganz besonders wichtige Bedeutung zu, da es eine starke Wechselwirkung zwischen den Exponaten im Museum und der Wirklichkeit im öffentlichen Raum gebe, betont Eckhard Lohmann, Vorsitzender des Fördervereins.

Übrigens: Wenn ausländische Gäste die QR-Codes scannen, erscheinen die Artikel natürlich automatisch in ihrer jeweiligen Landessprache. Dickel: „Die Chinesen sind schließlich auf dem Vormarsch!“

 
 

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