Padberger Recken ziehen in die Schlacht

Padberg/Korbach.  Nach fast zwei Jahren Vorbereitung und Planung von Sankt Regina und Ring Padberg sowie nach einem halben Jahr mittelalterlichem Kampftrainings, ist es nun endlich soweit. Die Padberger Recken sind nun bereit, in Korbach in die Schlacht zu ziehen. Zum 600. Mal jährt sich die legendäre „Padberger Fehde“.

Schlacht am Nachmittag

Die Feierlichkeiten beginnen am morgigen Donnerstag mit dem traditionellen Reginentag. Nach der Andacht um 19 Uhr in der Kilianskirche gibt es einen Festumzug durch die Korbacher Altstadt, im Anschluss findet ein gemütlicher Abend im Schießhagen statt.

Der Freitag steht ganz im Zeichen geschichtlicher Vorträge im Museum Korbach, sowie entsprechender Ausstellungen und natürlich einem mittelalterlichem Lagerabend am „Enser Tor“.

Der Samstag beginnt um 11 Uhr mit dem Anböllern. Ab 12 Uhr sind der Aufmarsch der Vereine und die Begrüßung. Um um 13 Uhr beginnt die „Große historische Schlachtnachstellung“, eine zweite Schlacht ist um 16 Uhr geplant. Am ganzen Nachmittag findet zusätzlich ein Mittelalterliches Rahmenprogramm für Jung und Alt statt.

Bänkelsängerei Rücken-Bücken

Von Padberg sind mit dabei der Ring Padberg mit der „Bänkelsängerei Rücken-Bücken“ und der „Kumpanei Benglerbande“ und der „Spielschar Lampenfieber“, sowie dem MGV Cäcilia, dem Schützenverein mit dem König aus Köln und den Bogenschützen aus Berlin.

Von Korbach sind mit dabei Sankt Regina und Freunde, Sankt Barbara, Kinder und Burschenkompanie Korbach und „Strack Duer“.

Unterstützung gibt es von Cohors Burana aus Büren, Historische Schützen und Kanoniere aus Obermarsberg, Lanzengarde aus Twiste, Bellicum Montanum und den Pikenieren aus Landau.

Bei der Padberger Fehde ging es um Überfälle, Raub, Brandschatzen und das Erpressen von Lösegeldern in der Grenzregion von Waldeck und Kurköln, mit denen sich die Padberger hervortaten. Sie überfielen Städte und Dörfer und raubten auch den ein oder anderen Wagenzug aus.

Nicht nur die Stadt Korbach, auch Frankenberg und der Bischof von Paderborn konnten ein Lied davon singen. Sie waren aktiv beteiligt an großen Ritterbünden in jener Zeit, dem Falknerbund und besonders dem berüchtigten Benglerbund, den sie bis zuletzt neben anderen anführten. Dieser war schon viele Jahre zuvor aufgelöst worden, aber man hatte gelernt, dass eine Vereinigung von Rittern und Knappen durchaus seine Vorteile hat. Besonders wenn man mehrere hundert Mann stark durch die Lande ziehen konnte und alles vor einem erzitterte.

Rechte an der Burg

Nicht weit von dieser Stätte im Ittergau lag eine Feste in Ober-Ense, in diese hatte sich ein Spross derer von Padberg eingeheiratet. Die Padberger glaubten ein Recht auf diese Burg zu haben und um sich dieses verbriefen zu lassen, griffen sie zu dem Winkelzug, diese an den Erzbischof zu Köln abzutreten, gleiche Burg aber wieder von ihm zu Lehen in Empfang zu nehmen. Der Graf von Waldeck war darob gar nicht erfreut, er machte ebenfalls Eigentumsrechte geltend und den Padbergern, bzw. dem Kölner Erzbischof diese Burg streitig. Darüber waren besonders die Padberger sehr erbost und sie hatten somit einen Grund mehr ins Waldecker Land einzufallen, was dann auch im Jahre 1413 unter Beteiligung vieler Ritter und Knappen aus der Mark und dem Münsterland, insgesamt mehr als 700 Mann, geschah. Doch die Padberger zogen den Kürzeren. Die Korbacher brannten den Ort nieder.