Oversum-Vertragspartner sind ein rotes Tuch

Winterberg.  Die Zahl fiel in der jüngsten Sitzung des Winterberger Stadtrates: Rund 800 000 Euro, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Harald Koch in seiner Haushaltsrede, habe die Stadt Winterberg in diesem Jahr für das Oversum insgesamt in den Haushalt eingestellt. „Die Zahl ist nicht korrekt“, teilt Winterbergs Bürgermeister Werner Eickler auf Anfrage der Westfalenpost mit und liefert auch gleich seine Zahlen.

Die Stadt Winterberg habe im Haushalt 2014 die vertraglich vereinbarte Zahlungsverpflichtung in der Größenordnung von aktuell 665 000 Euro eingestellt. Dazu kommen aber noch die Personalkosten für zurzeit nur einen Bademeister. Denn eigentlich sind es zwei Bademeister, die nach Angaben der Verwaltungsspitze mit insgesamt rund 80 000 Euro Personalkosten kalkuliert sind. Eine Bademeister ist zurzeit allerdings an eine Nachbarkommune ausgeliehen, die auch die Personalkosten trägt. Ausgeliehen deshalb, weil die Stadt im Falle einer Betriebsübernahme des geschlossenen Sportbades sofort auf zwei Bademeister zurückgreifen möchte.

Vertrauen ist erschüttert

Der andere langjährig beschäftigte Bademeister ist laut Eickler mit Aufgaben der Winterberg Touristik und Wirtschaft GmbH (WTW) betraut. „Teile seiner Aufgaben sind derzeit, die Grundfunktionen des Badbereiches im Oversum mit Zustimmung des Insolvenzverwalters aufrecht zu erhalten. Dadurch ist gewährleistet, dass die Stadt Winterberg im Fall der Fälle kurzfristig den Badbereich öffnen kann“, sagt der Bürgermeister.

Harald Koch jedenfalls machte für die SPD-Fraktion deutlich, dass sie bitter enttäuscht über das Verhalten der Oversum-Betreiber ist. „Diesen Geschäftspartnern können wir nicht mehr vertrauen“, so Koch. Es müsse nun alles daran gesetzt werden, den Heimfall herbeizuführen.

Zahlen zum Oversum präsentierte auch CDU-Fraktionschef Andreas Pieper in seiner Haushaltsrede. So seien 100 000 Euro zusätzliche Personalkosten im Bäderbereich in diesem Jahr anzusetzen. „Zurzeit müssen wir mit dem Thema äußerst sensibel umgehen. Vielleicht können wir schon in einigen Wochen das Projekt insgesamt neu aufstellen“, so Andreas Pieper. Wie sein Pendants auf Seiten der SPD betonte auch Pieper, dass das Vertrauen in die Vertragspartner erschüttert sei. Man fühle sich sogar getäuscht. Die CDU werde aber solidarisch mit dem Bürgermeister keinen Millimeter von dem bisherigen Weg abweichen.

Von einem Sorgenkind sprach FDP-Fraktionschef Bernd Kräling beim Thema Oversum und betonte, dass die Verträge vor der Wahl der Liberalen in den Rat geschlossen worden seien. Fraglich sei, ob die Rechtsberatung und externe Begleitung vor Vertragsabschluss ausreichend gewesen sei, so Kräling.

 
 

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