Oversum: Bürgermeister Eickler sieht Insolvenz als Chance

Blick auf das Oversum: Rechts befindet sich die Kongresshalle. Den linken Flachdach-Trakt möchte die Stadt Winterberg im Wege des Heimfalls wieder unter ihre Fittiche bringen.
Blick auf das Oversum: Rechts befindet sich die Kongresshalle. Den linken Flachdach-Trakt möchte die Stadt Winterberg im Wege des Heimfalls wieder unter ihre Fittiche bringen.
Foto: www.blossey.eu
Der für Freitag anberaumte Gerichtstermin in Sachen Heimfall-Anspruch auf das städtische Erbbaugrundstück ist ausgefallen. Grund: Das Amtsgericht hat das Insolvenzverfahren über die aquasphere Winterberg GmbH eröffnet.

Winterberg.  Nun ist es offiziell: Die aquasphere Winterberg GmbH, Eigentümerin und Vermieterin des Oversum-Komplexes, ist insolvent. „Wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung“ hat das Amtsgerichts Arnsberg das Insolvenzverfahren eröffnet.

Der für Freitag am Landgericht Arnsberg vorgesehene Fortsetzungstermin über die Heimfall-Klage der Stadt Winterberg wurde deshalb aufgehoben. Für Bürgermeister Eickler ist die Eröffnung des Insolvenzverfahren „absolut positiv“: „Das haben wir angestrebt.“ Denn: „Ab jetzt haben wir es nur noch mit einem einzigen Verhandlungspartner zu tun.“ Das ist der Dortmunder Rechtsanwalt Dr. Axel Kampmann.

Bis 8. März haben die Gläubiger nun Zeit, ihre Forderungen bei ihm anzumelden und ihm auch mitzuteilen, welche Sicherungsrechte sie zum Beispiel am Inventar geltend machen. Für den 27. März ist die Gläubigerversammlung im Amtsgericht Arnsberg als dem zuständigen Insolvenzgericht terminiert.

Bürgermeister Eickler sieht die Eröffnung des Verfahrens als „wichtigen Meilenstein“ in dem Bestreben, das Vertragskonvolut zu entwirren, um das „vereinbarte, synergiebringende Gesamtkonzept des Oversums mit seiner Angebotsvielfalt und seinen vielen Chancen“ an den Start zu bringen.

Bisher, so Eickler zur WP, habe man mit „diversen Rechtsvertretern“ - von Banken ebenso wie aus dem s.a.b.-Firmenkonglomerat als Muttergesellschaft der aquasphere Winterberg GmbH - am Tisch gesessen.

Zentraler Anspruch der Stadt ist bekanntlich der sog. „Heimfall“ des Erbbaugrundstücks, das die Stadt in das Projekt eingebracht hat. Dabei geht es um die Rückübertragung eines Erbbaugrundstücks auf den ursprünglichen Eigentümer vor Ablauf der vereinbarten Erbbauzeit. Das betrifft bei dem Winterberger Private Public-Partnership-Projekt den Trakt, in dem das Hallenbad, die Wirtschaft und Touristik GmbH, das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ), der Wellness-, Sauna- und Fitnessbereich sowie die gesamte Haustechnik untergebracht sind.

Attraktive Veranstaltungen

In den Verhandlungen, so Eickler, gehe es zum Beispiel darum, wer zu welchen Konditionen Sauna-, Wellness- oder Beautybereich betreibt, wenn die Stadt wieder Eigentümerin des Erbbaugrundstücks werde. Und wie dies gemeinsam mit dem Hotel und der Stadthalle, die auf dem veräußerten Grundstücke stehen, in toto umgesetzt werden kann. Eickler: „Es geht also um weit mehr als die Frage: Wann wird - von wem auch immer - der Bäderbereich wieder geöffnet.“

Was die Stadt und ihre Bürger und Gäste von dem Oversum hat, zeigen zum Beispiel die attraktiven Veranstaltungen in der Kongresshalle. Wie das Benefizkonzert des Heeresmusikkorps Kassel am Donnerstagabend.

Unter den Gästen: Bürgermeister Werner Eickler. Bei einem Stück wird er sich des Veranstaltungsortes wohl besonders bewusst geworden sein: beim „Optimisten-Marsch“.

.

 
 

EURE FAVORITEN