Oversum-Bad in Winterberg öffnet am 12. April

Jürgen Hendrichs
Nach elfmonatiger Schließung geht es noch vor Ostern wieder weiter um Oversum-Bad..
Nach elfmonatiger Schließung geht es noch vor Ostern wieder weiter um Oversum-Bad..
Foto: Ralf Hermann
Die Winterberger und ihre Gäste haben die längste Zeit auf dem Trockenen gesessen. Am 12. April wird das Hallenbad im Oversum wieder eröffnet - unter Regie der Stadt. Das ist eine Facette des sog. Heimfalls des Objektes.

Winterberg. Ab heute ist die Stadt Winterberg am Kurpark 6 wieder - Original-Ton der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit - „Herrin im eigenen Haus“. Sie hat sich ihre Hälfte von dem Winterberger Ei zurück geholt. Am Samstag, 12. April, will sie das Hallenbad im „Oversum“ wieder öffnen. Das soll mit einem Tag der offenen Tür angemessen geeiert werden.

Wie bereits am Samstag berichtet, hat sich die Stadt im Zuge des Insolvenzverfahrens der aquasphere Winterberg GmbH das Erbbaurecht zurückübertragen lassen - und zwar „unentgeltlich“, wie Insolvenzverwalter Dr. Axel Kampmann (Dortmund) gestern auf Nachfrage der WP sagte.

Dem von der Stadt Winterberg angestrengten Heimfall-Klage habe er nichts entgegenzusetzen gehabt. „Die Stadt hat ihr Ziel erreicht“, heißt es einer Pressemitteilung aus dem Rathaus. Auch gestern war Bürgermeister Werner Eickler nicht zu einer persönlichen Stellungnahme zu erreichen.

Was gehört künftig der Stadt?

Das 11 200 qm große Grundstück mit dem Bad nebst Sauna-, Wellness- und Beautybereich, mit der Winterberg Touristik und Wirtschaft GmbH und mit dem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) des Franziskus-Hospitals.

Was muss die Stadt für den Heimfall zahlen?

Das, was 2009 vertraglich vereinbart worden war. Den gemäß Gesetz bei einer Rückübertragung von Erbbaurechten fälligen Gegenwert für den Vermögenszuwachs - hier laut Stadt mehr als 19 Mio Euro - gibt die Stadt mit 7 Millionen Euro an. Dafür sei ein Darlehn zu übernehmen gewesen, das wegen der Bedeutung der Anlage für die Daseinsvorsorge zu „sehr günstigen“ Konditionen bei der NRW-Förderbank habe ausgehandelt werden können. Für wen die Stadt diese Summe aus der Insolvenzmasse herauslöste, teilte die Stadt gestern trotz Nachfrage nicht mit. Der Rest sei bereits durch die bisherigen vertraglichen Zahlungen im Rahmen der Privat-Public-Partnership erbracht.

Was kommt an laufenden Kosten auf die Stadt zu?

Unter Abzug aller Betriebs- und Finanzierungskosten sowie Einnahmen geht die Stadt von einem jährlichen Zuschussbedarf in Höhe von 750 000 Euro aus.

Gibt der Haushalt das her?

Die Fortführung des alten Bades, die Sanierung der alte Stadthalle und der Abriss der maroden Eissporthalle sowie des alten Kurmittelhauses hätten nach Angaben der Stadt jährlich gut 660 000 Euro gekostet. Den Mehrbetrag hat der Rat am 15. Januar im Rahmen seiner Zustimmung zum Entflechtungskonzept freigegeben. Zudem: Die Aufgabe der dezentralen Einrichtungen habe die Stadt um jährliche Unterhaltungsaufwendungen in Höhe von 300 000 Euro entlastet.

Wer betreibt das Bad eigentlich demnächst?

Die Stadt über ihre Winterberg Touristik und Wirtschaft GmbH, aus steuerlichen und wirtschaftlichen Erwägungen, die das kommunale Finanzbudget positiv beeinflussen,wie es heißt.

Mit welchem Konzept?

Öffnungszeiten und Eintrittspreise will die Stadt in den nächsten Tagen bekanntgeben. Die auf bis zu 350 000 Euro kalkulierten Betriebskosten pro Jahr sollen über die Pachteinnahmen von Tourist-Info, MVZ, Wellness-Bereich, Parkraumbewirtschaftung und natürlich Eintrittspreise wieder hereinkommen.

Wem gehört das Hotel?

Die Oversum Hotel GmbH hat das 5402 qm große Grundstück nebst Hotelgebäude und Stadthalle zu einem von Konkursverwalter Dr. Kampmann nicht näher mitgeteilten Betrag aus der Insolvenzmasse erworben. Sie führt das Hotel wie gehabt weiter und betreibt zudem künftig den im städtischen Teil des Komplexes liegenden und angepachteten Sauna-, Wellness- und Beautybereich als öffentliches und für jedermann zugängliches Angebot.

Wer steht dahinter?

Alleingesellschafter der Oversum Hotel GmbH ist die Concordia Friendly Hotels & Resort GmbH Oberstaufen, vertreten durch den geschäftsführenden Oversum-Gesellschafter und bisherigen Hotelbetreiber Gerhard Huber.

Wie sieht es mit der Stadthalle aus?

Die Stadt Winterberg darf die Halle wie vertraglich vereinbart 30 Tage im Jahr kostenlos nutzen, auch die kostenfreie Bereitstellung des Zeltes für das Schützenfest gilt unverändert weiter.

Ein Fazit?

Dazu wegen des nicht möglichen direkten Kontaktes mit dem Bürgermeister zwei Zitate aus der Pressemitteilung:

„Das Oversum vereint eine Angebotsvielfalt unter einem Dach, die einmalig ist im Sauerland.“

Und: „Dem ganzen steht ein Vermögenszuwachs für die Stadt von 19 Millionen Euro gegenüber.“