Olsberg ist die Hochburg der Fahrraddiebe im Hochsauerland

Jutta Klute
In Olsberg wurden 40 Räder im laufenden Jahr gestohlen.
In Olsberg wurden 40 Räder im laufenden Jahr gestohlen.
Foto: dpa
Olsberg ist im Jahr 2015 die Hochburg der Fahrraddiebe im HSK. Allein in den vergangenen acht Wochen wurden mehr als 20 teure Mountainbikes gestohlen.

Altkreis Brilon. Nirgendwo werden im Hochsauerlandkreis mehr Fahrräder gestohlen als in der Stadt Bigge-Olsberg. Das zeigt eine jetzt veröffentliche Statistik der Polizei für das Jahr 2015.

In anderen Orten rückgängige Zahlen

In den vergangenen Wochen haben sich die Meldungen über Fahrrad-Diebstähle im Raum Olsberg und Marsberg gehäuft. In anderen Orten des Altkreises sind die Zahlen dagegen im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen.

Allein in Olsberg wurden von Januar bis Ende Oktober 40 Fahrräder bei der Polizei als gestohlen gemeldet – allein seit September kamen mehr als 20 teure Mountainbikes weg. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es in diesem Zeitraum 25 Diebstähle in Olsberg. Aufgeklärt werden konnten bisher vier Fälle, 2014 wurden die Diebe in sieben Fällen ermittelt. In Marsberg gab es im Laufe dieses Jahres 24 Fahrrad-Diebstähle, sieben mehr als vor einem Jahr. Vier der aktuellen Fälle konnten aufgeklärt werden, drei im Vorjahr.

Gelegenheit macht Diebe

Trotz dieser Häufung geht die Polizei davon aus, dass die Täter nicht bandenmäßig organisiert sind. Sie stammen nach Ansicht der Polizei bis auf Ausnahmen aus dem HSK. „Es sind oft Gelegenheitstäter, die ein nicht oder nicht ausreichend gesichertes Rad stehlen“, sagt Pressesprecher Ludger Rath. Die Polizei erwartet, dass die Zahl der geklauten Fahrräder im letzten Quartal zurückgehen wird, da „aufgrund der Witterung schlicht nicht mehr so viele Räder benutzt werden“.

Gewerbsmäßige Banden schlagen laut Polizei indes beim Dirtmasters in Winterberg zu, wo sich Spitzenathleten versammeln, die hochwertiges und teures Equipment mitbringen. „Das zieht überregionale Diebe an.“ Vor einigen Jahren konnten kurz nach einem solchen Diebstahl die Täter an der deutsch-tschechischen Grenze von der bayerischen Polizei festgenommen werden, die beim Dirtmasters Sporträder gestohlen hatten und ins Ausland bringen wollten.

Zweiräder immer interessanter für Diebe

Dass Raddiebstähle tendenziell zunehmen, liegt daran, dass die Fahrräder immer teurer werden. „In den letzten Jahren hat das Radfahren einen enormen Boom erlebt. Dies hat zur Folge, dass die Fahrräder immer hochwertiger werden. Auch von der Anzahl her sind es deutlich mehr geworden.“

Zu dieser Entwicklung trage die zunehmende Verbreitung von E-Bikes bei. Sie sind durch die verbaute Technik besonders teuer. „Dadurch werden die Zweiräder aber auch immer interessanter für Diebe, da sich damit ein höhrer Profit erzielen lässt.“ Meistens werden die Räder komplett oder in Einzelteilen weiterverkauft – auch über das Internet. Seltener werden sie für den privaten Gebrauch behalten.

Polizei rät: Fahrräder mit einem Schloss gut sichern 

Doch es gibt auch eine erfreuliche Entwicklung: Im Raum Winterberg ist die Zahl der Diebstähle im Vergleich zum Vorjahr von 23 auf 14 gesunken – drei Fälle sind inzwischen aufgeklärt. Nur ein Fahrrad ist der Polizei im vergangenen Jahr in Medebach als gestohlen gemeldet worden, in diesem Jahr wurde noch kein Diebstahl gemeldet. In Hallenberg ist auch nur ein Bike-Diebstahl zur Anzeige gebracht worden, 2014 waren es zwei.

Wer viel Geld in ein Fahrrad investiert, sollte am Schloss nicht sparen. „Sicherlich ist es möglich, jedes Fahrradschloss zu knacken. Aber bei hochwertiger Ausführung kostet dies viel Zeit und erfordert den Einsatz von sperrigen Bolzenschneidern. Da die Täter aber nicht auffallen wollen, haben sie für diese mühselige Arbeit keine Zeit“, sagt Rath.

Folge: Sie nutzen ihre Chance, wenn sie billige Schlösser oder eine falsche Sicherung vorfinden. „Das beste Schloss ist wirkungslos, wenn es nur das Vorderrad sichert und die Diebe das Fahrrad einfach wegtragen können. Ein nicht abgeschlossenes Garagentor oder eine offene Kellertür laden die Diebe leider geradezu ein.“