Neues tragfähiges Konzept ist Ziel

Von Ralf Hermann
Das Oversum bleibt weiter im Fokus der Öffentlichkeit.
Das Oversum bleibt weiter im Fokus der Öffentlichkeit.
Foto: www.blossey.eu
Wilfried Pohle hat ein ehrgeiziges Ziel, aber keine leichte Aufgabe. Der vorläufige Insolvenzverwalter der wirtschaftlich angeschlagenen Vital Resort Winterberg GmbH, die das Sportbad sowie die Wellness-, Fitness- und Saunabereiche im Oversum-Komplex betreibt, möchte als neutraler Vermittler bald möglichst alle Oversum-Beteiligten an einen Tisch holen, um ein tragfähiges Gesamtkonzept für das Konstrukt Oversum mit Bad, Wellness, Fitness, Sauna, Hotel, Tourist-Info, Kongresshalle und medizinischem Versorgungszentrum zu entwickeln.

Winterberg.  Wilfried Pohle hat ein ehrgeiziges Ziel, aber keine leichte Aufgabe. Der vorläufige Insolvenzverwalter der wirtschaftlich angeschlagenen Vital Resort Winterberg GmbH, die das Sportbad sowie die Wellness-, Fitness- und Saunabereiche im Oversum-Komplex betreibt, möchte als neutraler Vermittler bald möglichst alle Oversum-Beteiligten an einen Tisch holen, um ein tragfähiges Gesamtkonzept für das Konstrukt Oversum mit Bad, Wellness, Fitness, Sauna, Hotel, Tourist-Info, Kongresshalle und medizinischem Versorgungszentrum zu entwickeln.

Völlig verschiedene Auffassungen

Bislang hat Wilfried Pohle mit Vertretern der aquasphere Winterberg GmbH als Objekteigentümerin des Oversum sowie mit der Stadt Winterberg Gespräche geführt. Getrennt wohlgemerkt, denn Gespräche zwischen den Vertretern der aquasphere Winterberg GmbH und der Stadt hat es in den letzten Wochen nicht gegeben. Die beiden Seiten haben zurzeit alles andere als ein gutes Verhältnis zueinander (wir berichteten). Deshalb möchte Wilfried Pohle jetzt „Ruhe einkehren lassen“ und daher öffentlich auch nicht viel sagen. „Vertrauen ist jetzt ganz wichtig, um dieses Gesamtkonzept auch hinzubekommen.“ Klar ist, ohne ein solches Konzept wird es für alle Oversum-Bereiche schwer, erfolgreich zu sein. Klar sei aber auch, so Pohle gestern, dass ein Insolvenzverfahren über das Vermögen der Vital Resort Winterberg GmbH vermutlich zum Stichtag 1. Mai eröffnet werden müsse. Wann die Gespräche stattfinden sollen, stand gestern noch nicht fest.

Warum ist das ursprüngliche Gesamtkonzept gut elf Monate nach der Oversum-Eröffnung gescheitert und wer trägt dafür letztlich die Verantwortung? Der Wille des vorläufigen Insolvenzverwalters, gemeinsam mit allen Beteiligten ein neues, tragfähiges Gesamtkonzept zu konzipieren, ist angesichts dieser grundlegenden Fragen keine leichte Aufgabe. Denn genau diese Konzept-Frage und die Frage nach der Verantwortung für das erfolglose, bisherige Modell, spaltet die aquasphere Winterberg GmbH und die Stadt Winterberg.

Denn für die Stadt ist es die Objekteigentümerin, die insbesondere das ursprüngliche Konzept nicht richtig gelebt habe. Erlöse zum Beispiel aus dem Hotelbetrieb seien nicht wie vereinbart in die defizitäre Bad-Gesellschaft geflossen, eingeforderte Verbesserungen wie zum Beispiel zwei Außensaunen oder eine Badtreppe von der Eigentümerin nicht realisiert worden.

Die Eigentümerin indes sieht vor allem das von Stadt und Politik in der Oversum-Ausschreibung ausdrücklich geforderte Sportbad äußerst kritisch. Dieses Sportbad sei hauptverantwortlich für die schwache Resonanz, ein Erlebnisbad die bessere Alternative. Vor diesem Hintergrund müssen die gemeinsamen Gespräche der zerstrittenen Projektpartner geführt werden.

Viele weitere Fragen im Raum

Auch weitere Fragen zum Beispiel zur Größe des Saunabereichs, zum Größenverhältnis von Hotel und Kongress-Zentrum, zur Preispolitik im Bad- und Saunabereich, zum Marketing oder zur Atmosphäre insgesamt im Oversum und im Sportbad sowie die Frage nach den Verantwortlichen für all’ diese Planungen stehen zudem im Raum. Antworten darauf könnte es bei der Bürgerversammlung geben, die die Stadt Winterberg noch für den April angekündigt hat.

Rein politisch hat sich mittlerweile die SPD-Fraktion aus der Deckung getraut und mit der Feststellung, sie sei Bürgermeister und Investor zu blauäugig gefolgt, den schwarzen Peter ein wenig Richtung Rathaus geschoben. Bürgermeister Eickler vermutet dahinter parteipolitisches Kalkül und verwies u.a. auf die stets einstimmig mit der SPD getroffenen Entscheidungen in Sachen Oversum.