Neue Notdienstnummer 116 117 - was Sie jetzt wissen müssen

Der ärztliche Bereitschaftsdienst hat ab 16. April eine neue Nummer.
Der ärztliche Bereitschaftsdienst hat ab 16. April eine neue Nummer.
Foto: WAZ FotoPool WP
Bundesweit wird ab Montag, 16. April, eine einheitliche Telefonnummer für den Ärztlichen Bereitschaftsdienst in der Nacht, am Wochenende und an Feiertagen eingeführt. Neben der 110 (Polizeinotruf) und der 112 (Feuerwehr- und Rettungsdienst) gibt es dann die 116 117. Ein Interview mit Mona Dominas von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe.

Altkreis. Die Bürger sind etwas verunsichert. Viele haben schon Probleme, die 110 und die 112 auseinanderzuhalten. Können Sie uns bitte einmal anhand von ein, zwei Beispielen erklären, wann die neue 116 117 angerufen werden sollte?

Mona Dominas: An dem bisherigen System ändert sich eigentlich gar nichts. Die seit dem 1. Februar 2011 geltende kostenpflichtige Rufnummer 0180 50 44 100 bleibt weiterhin bestehen. Ergänzend kommt die neue kostenlose Rufnummer 116 117 hinzu. Diese gilt bundesweit und soll perspektivisch auch europaweit gelten. Wenn also jemand zum Beispiel Urlaub in München macht und nachts noch einen Arzt braucht, kann er unter der 116 117 erfahren, wo die nächste Notfalldienstpraxis ist. Oder er kann – sofern er sich so schlecht fühlt, dass er nicht mehr selbst fahren kann - einen Hausbesuch vereinbaren.

Noch mal bitte ganz konkret. Wann rufe ich die 112, wann die 116 117?

Dominas: Mit der 112 rufen Sie z.B. bei schweren Unfällen, akuten Blutungen, Ertrinkungsunfällen oder lebensbedrohlichen Herzgeschichten den Rettungsdienst. Die 116 117 ist angezeigt, wenn der Patient nicht weiß, wo die nächste Notfallpraxis ist oder er einen Hausbesuch wünscht und sich nicht in einer lebensbedrohlichen Situation befindet. Perspektivisch löst die neue kostenlose Nummer, die bisher kostenpflichtige 0180 5044100 ab. Die beiden Rufnummer bleiben solange parallel geschaltet, bis sich gezeigt hat, dass die 116 117 ohne Probleme von den Patienten angenommen wird.

Wo läuft denn mein Anruf eigentlich auf?

Dominas: Anrufer in Westfalen-Lippe landen letztlich bei der Arztrufzentrale in Duisburg, die wir gemeinsam mit der KV Nordrhein betreiben. Dort sitzt geschultes Personal, das sich auch in Ihrer Region auskennt. Von dort wird alles Nötige geregelt. Die Mitarbeiter dort nehmen die Rufnummer des Anrufers auf und nehmen auch Kontakt mit dem Arzt auf, der dann schon von unterwegs den Patienten anrufen kann. Es werden dafür keine neuen Ärzte benötigt – das sind die Mediziner, die auch jetzt schon für den sogenannten Fahrdienst eingeteilt sind.

Was ist, wenn ich versehentlich die 112 wähle? Entstehen dadurch Kosten?

Dominas: Nein, die Leitstelle wird den Anrufer in der Regel weiterleiten oder ihm die andere Nummer nennen. Ansonsten läuft alles wie gehabt. Der Patient muss – sofern er in dem Quartal noch nicht beim Arzt war – seine Praxisgebühr bezahlen. Es geht eigentlich nur darum, dass die Nummer künftig bundesweit gilt und jetzt kostenfrei ist.

 
 

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