Nachschub stockt: Städte sparen am Salz

Die Fahrer der Streufahrzeuge haben zurzeit viel zu tun: Schnee schieben und Salz streuen.
Die Fahrer der Streufahrzeuge haben zurzeit viel zu tun: Schnee schieben und Salz streuen.
Foto: WAZ FotoPool/Bannert

Brilon/Marsberg/Olsberg..  hjh) Der Streusalz-Nachschub ist ins Stocken geraten. Ab sofort wird auf den kommunalen Straßen in Brilon, Marsberg und Olsberg nur noch an den verkehrswichtigen Stellen gepökelt.

Konzentriert wird das Salz auf die Zuwege zu Krankenhäusern, Schulen und Kindergärten sowie die Steilstrecken. Die Bauhöfe sind auch deshalb zu einem sparsameren Einsatz des Streusalzes gezwungen, weil zurzeit nicht absehbar ist, wann der Nachschub wieder ausreichend fließt.

Normalerweise, so Bernd Pape, Leiter des Olsberger Bauhofes, erfolgt eine Lieferung innerhalb von 48 Stunden. Eine am vergangenen Donnerstag aufgegebene Bestellung sei bisher jedoch noch nicht einmal bearbeitet. 140 Tonnen Salz hat der Olsberger Bauhof bisher verbraucht. Auf Lager befinden sich noch rund 50 Tonnen. Pape: „Das reicht bei Eisregen keine zwei Tage.“ Bei normalem Schneefall rechnet der Bauhof mit einem Tagesbedarf von 10 Tonnen.

Bereits 400 Tonnen ausgestreut hat der Briloner Bauhof. Das ist etwa die Hälfte eines normalen Winters, wie Christian Finger von den Stadtwerken gegenüber der WP sagte. An die 100 Tonnen liegen noch auf Lager. Solange der Nachschub stockt, müsse man ausreichend Taumittel für extreme Situation wie das Blitzeis am Sonntagnachmittag bunkern. Finger: „Auf Null fahren können wir den Verbrauch natürlich nicht.“

Über ebenfalls noch etwa 100 Tonnen Reserve verfügt die Stadt Marsberg, wie Klaus Rosenkranz vom Bauhof gegenüber der WP sagte. Das reiche für „vier Tage richtigen Schneefall“. 300 Tonnen wurden in diesem Winter bisher im Raum Marsberg verbraucht. Zurzeit wartet der Bauhof auf eine Lieferung von 150 Tonnen. Bis zu 1200 Tonnen können - so Rosenkranz - „in einem richtig harten Winter“ schon mal ausgebracht werden. Das liegt an der Höhenlage von Marsberg. Denn während etwa im Raum Brilon der Schnee länger liegen bleibt, steigen im Raum Marsberg tagsüber die Temperaturen deutlich über Null Grad und nachts gibt es wieder Frost. Folge: glatte Straßen mit einem entsprechenden Streubedarf.

Die Kommunen hoffen, mit der weiteren Reduzierung das noch vorhandene Streusalz möglichst effektiv einzusetzen, um auf diese Weise auch weiter ein hohes Maß an Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Bei Schneefällen werden alle Straßen selbstverständlich auch weiterhin wie bisher per Schneepflug von der „weißen Pracht“ geräumt.

 
 

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